Fußballgedichte (6)

Die sympathische Berliner Firma SUKULTUR (www.sukultur.de) bestückt seit Jahren schon Süigkeitenautomaten an S-Bahnhöfen, vorzugsweise in Berlin. Sie stellen kleine, gelbe Heftchen her, die nicht von ungefähr an die aus dem Reclam Verlag erinnern. Nur dass sie schmaler sind. Aus Heft Nummer 80 hier ein Gedicht des argentinischen Autors Washington Cucurto. Übrigens, sollte die Hertha oder der HSV Meister werden, werden hier auch wieder seitenlange Feiern und Feierbetrachtungen zu lesen sein.
Washington Cucurto
Unter Männern

Also, offen gesprochen, Larcio Redondo,
ich verstehe nicht, warum du keinen Fußball spielst.
Fußball ist der Sport der sanften Männer.
Fußball ist der Sport für Männer, die sich
wie Wahnsinnige lieben.
Der talentierte Spieler wird vom tüchtigen gequält.
Und der tüchtige brennt darauf, ihn aus Liebe zu quälen…
Das Leben ist schön, Larcio.
Auf dem Platz setzt sich der Tüchtige durch
und der Verliebte läuft hinter ihm her.
“Komm schon, foul mich, tüchtiger Manndecker.”
Viele Male habe ich das schon unter Männern vernommen…

Ich sah Männer, die sich auf dem Rasen wälzten, damit andere
sich auf sie wärfen, so wundervoll ist die Liebe,
verdorben, verboten, auf der Flucht aus einer angsterfüllten Welt.
Das macht die Liebe, um zu überleben, und das ist so schön.

Das ist es, lieber Larcio, Fußball ist ein Sport
für Männer, die sich wie Wahnsinnige lieben.
Pasolini wusste das genau und genoss es,
er war Kapitän einer tüchtigen Jugendmannschaft…
unter Männern und mitten auf der Straße;
der Tüchtige und der Talentierte,
die Umarmung und der Kuss nach dem Tor
ist wie das Nachspiel zu einem großen Fick.
Larcio, mein Freund, lass dir nicht das Beste entgehen.
Alles ist besser und magisch unter Männern.

2 Gedanken zu „Fußballgedichte (6)“

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