Viertelfinale

Bayern München - Manchester United 2:1

Who the fuck is ManU? (pt 2)

Aufregung war spürbar. Bei den RTL-Reportern. Bei den Bayern weniger. Nach 5 Minuten stand es 1:0, nach 15 Minuten hätte es mit ein bißchen Glück schon 3:0 stehen können, wenn Jancker statt gegen die Latte ins Netz geballert und wenn Stam nicht zufällig Elbers Fallrückzieher gegen die Birne bekommen hätte. ManU brachte in der ersten Halbzeit fast nichts zustande, die Bayern genau zum richtigen Zeitpunkt das 2:0. Nüchtern betrachtet fragt man sich, was es mit der berühmt-berüchtigten Stärke der Premier League auf der Insel auf sich hat, wenn ein derart ideenloses Team wie ManU mit 14 Punkten Vorsprung jetzt schon Meister ist. Was sie wirklich können ist: Rennen Rennen Rennen. Das ist zwar beeindruckend, aber wenig effektiv, schließlich ist da noch ein Ball im Spiel, der ins Netz befördert werden will. Ein einziges Mal haben sie die Bayern tatsächlich überrannt, und schon stand es 2:1. Danach aber war Schluß mit der Herrlichkeit, und die Bayern bei Kontern durch Scholl und Zickler dem 3:1 näher als ManU dem Ausgleich. Aber aufregend wars - sagt der RTL-Reporter. Bis zur letzten Sekunde! "Das Maß aller Dinge im europäischen Fußball" sei ManU, sprach Günther Jauch, der vielleicht doch besser Quiz-Shows moderieren sollte. Daß wir uns nicht falsch verstehen: die Bayern waren über weite Strecken souverän, aber keineswegs gut. (Gerd Delle) 

Manchester United - Bayern München 0:1

Who the fuck is ManU?

Hat da jemand davon gesprochen, der deutsche Fußball sei international nicht mehr konkurrenzfähig? Hat da sogar jemand gewagt zu behaupten, die Bayern seien in einer Krise und ihre große Zeit gehe dem Ende entgegen. Nix da, Freunde! Who the fuck is ManU? Der wahrscheinlich reichste Club der Welt. Der souveräne Tabellenführer der Premier League. Der Club von Englands bestem Fußballspieler, von Spice-boy Beckham. So what? Natürlich hat ManU 90 Minuten lang das Bayern-Tor berannt. Das ist ihr Markenzeichen - rennen wie die Bekloppten. Trotzdem hatte man nie den Eindruck, daß die Bayern irgendwann mal richtig in Verlegenheit geraten würden. Okay, Olli Kahn hatte zu tun, aber zu echten Glanzparaden war er nicht genötigt. Seine Pendant auf der anderen Seite, Kollege Barthez, der Welttorhüter des Jahres, umso mehr. Barthez hat so manches Ding rausgefischt, daß andere schon drin gesehen haben, einmal sogar per Glatzkopf. Schon allein das zeigt, daß die Bayern hier eigentlich Herr im Hause waren. Das Tor durch Sergio kurz vor Schluß war nur die logische Folge. Es hätten auch mehr sein können. Well done, Bayern. Das sollte reichen - zumal sich Beckham, der Feigling, per gelber Karte einen Urlaubsschein für das Rückspiel abgeholt hat. (Gerd Delle)

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Nachtrag: Pfeifen

So selten wie beim Rückspiel in München hat wohl kaum ein jemals Schiedsrichter in der Bundesliga gepfiffen. Manchmal 5 Minuten oder mehr nichts zu hören. Es gab keine einzige gelbe Karte und auch keinen Elfmeter. So viel zum Pfeifen auf internationaler Bühne.