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Zwischenrunde |
So nennt man das dann im TV-Jargon: "Für die Bayern hat sich die Reise ins kalte Moskau gelohnt." Für Spartak nicht, aber die mußten ja auch nicht reisen. Für Fernsehzuschauer sicher auch nicht unbedingt. Jedenfalls stellt sich doch die Frage, ob Spiele unter solchen Bedingungen wirklich angepfiffen werden sollen. Spiele auf einem holprigen, zerfurchten, matschigen Acker, bei denen kaum mehr zustande kommen kann als Standfußball mit Kurzpässen, die mit ein wenig Glück ankommen - oder auch nicht. Ob das wirklich auf die Dauer so lustig ist, Fußballern zuzusehen, die mehr damit zu kämpfen haben, nicht bei jedem dritten Schritt auf die Nase zu fallen als ein ordentliches Spiel aufzuziehen. Nundenn, die Bayern gingen also schon in der 17.Minute durch Mehmet Scholl in Führung, zogen sich dann zurück und ließen Moskau kommen - in der sicheren Gewißheit, daß diese Mannschaft sowieso alle Chancen versieben wird, die sie eventuell (so der Zufall will) bekommt. Und so kam es dann auch. Als die Bayern schließlich so um die 75.Minute per Foulelfmeter mit 2:0 in Führung gingen, war die Sache gelaufen. Glückwunsch, Bayern. Glückwunsch Effenberg, der von allen Seiten als der aus dem Schlamm herausragende Kicker dargestellt wurde.
1:0 - das hört sich wieder mal nach typisch bayerischer Sparsamkeit an. Scheißergebnis - Scheißspiel. Aber diesmal täuscht das Ergebnis über den Spielverlauf hinweg. Denn die Bayern waren drückend überlegen, spielten ordentlich (wunderbar anzusehen übrigens die uralten Trikots!!) - und trafen irgendwie immer nur - den Moskauer Torwart! Mangelnde Chancenauswertung ist eigentlich nicht unbedingt ein Manko, das man dem FC Bayern nachsagt, aber an diesem Abend war irgendwie der Wurm drin. Und das, obwohl man nicht mal sagen kann, daß dieser Moskauer Keeper ein unüberwindliches Gummimämmchen gewesen wäre. Er hielt einfach nur solide, was ihm die Bayern solide um die Ohren hauten. Bis dann schließlich in der 79. Minute Giovane Elber doch noch zuschlug (oder zuköpfte). In der Summe war es trotzdem ein optimales Ergebnis, vor allem weil Lyon auch noch zuhause gegen Arsenal verloren hat. Die wirkliche Probe aufs Exempel kommt nächste Woche: dann müssen die Bayern in Moskau antreten. Ohne Jeremies und vermutlich mit Sforza. Na denn, viel Glück! (Gerd Delle) mailto: headquarter@football-crazy.de |
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