Und ewig grüßt das Murmeltier

Sie sind nicht unterzukriegen. Jeden Morgen um Schlag sieben stehen die Unterhachinger Spieler in ihren Betten auf und hassen den Tag, der ihnen bevorsteht. Schon aus dem Radiowecker tönt es ihnen entgegen:

"Abstiegskandidat" - Na klar!

"Langweilertruppe" - Aber sicher doch!

"Auswärtspunktelieferant" - Sonst noch was?

So ein Spielerherz muss viel verzeihen. Wie geht es weiter? Training um neun, Torschüsse, mal mit, mal ohne Möbelwagen. Dann eine Stunde Frontalunterricht (schimpft sich Taktiktraining), mittendrin reisst der Oberleitner 'nen schlechten Witz ("Trainer nicht soviel Taktik, öfter mal ein Tic-Tac"), keiner lacht, dafür gibt es zwanzig Runden um den Platz. Super, dann nochmal Abschlusstraining, Duschen, rein in den Bus, ab zum nächsten Spielort, ins Hotel, Skat, Pennen, Aufwachen, etwas Bewegung, Mannschaftsbesprechung, Fahrt ins Stadion, Klatsche.

Wieder zu Hause, irgendwann in der Nacht, da taucht plötzlich so etwas wie ein Traumbild auf, eine Obsession, eine optische Täuschung. Ein Junge in Fußballsachen steht vor dem Hachinger Spieler und fragt: "Ich kann doch Fußball spielen! Ich geh auf jede x-beliebige Wiese und mache alle nass, die nur zum Spaß da rumkicken. Wieso klappt das nicht in Liga Eins?".

Und der Hachinger Spieler antwortet dieser optischen Täuschung und wahrscheinlich auch sich selbst: "Weil ich in der falschen Mannschaft spiele". Vielleicht hat er sich aber auch geirrt. Es könnte auch die falsche Liga gewesen sein. Aber das wird ja jetzt alles anders. 

Ianskur (20.5.2001)

mailto: headquarter@football-crazy.de

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