Die Ziele waren hoch gesteckt in Berlin. Man wollte vorn mitspielen in der Meisterschaft. Man wollte in der nächsten Sasion statt im UEFA-Cup in der Champions League mitmischen. Aber schon nach dem ersten Spieltag waren die Verhältnisse eigentlich schon klar: die Hertha verlor das Auftaktspiel gegen Bayern München nicht nur, sie fuhren auch noch mit einer klaren 1:4-Klatsche nachhause. Gegen Schalke folgte ein 0:4, dasselbe Ergebnis nochmal gegen Leverkusen. Noch ein bißchen Salz auf die Berliner Wunden gefällig?? 0:3 in Cottbus. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen: 2:5 in Unterhaching! So viele Tore haben die Hachinger in 2 Jahren Bundesliga nie zuvor und nie wieder in einem Spiel geschossen. Im UEFA-Cup lief es nicht viel besser. Das Aus in der 3.Runde gegen Inter Mailand, der schwächsten italienischen Mannschaft, die je in einem europäischen Wettbewerb angetreten ist. Dazu noch zwei unterirdisch schlechte Spiele, die jeden Fußball-Fan (außer Hardcore-Hertha-Ultras) zum Verzweifeln brachten und eigentlich zum sofortigen Ausscheiden beider Mannschaften aus dem Wettbewerb hätten führen müssen. War wohl nix mit internationaler Klasse in dieser Saison. Igrendwas scheint da falsch zu laufen in Berlin. Wann immer es um Top-Spieler geht, die auf dem Markt zu holen sind, mischt Hertha-Manager Dieter Hoeneß mit. Sie haben Deisler geholt und Paule Beinlich und den Brasilianer Alex Alvez, aber geführt hat es zu nichts. Deisler wird wohl noch ein Jahr in Berlin spielen und dann zu den Bayern abwandern. Und bei den wirklich interessanten Neueinkäufen bleibt die Hertha immer zweiter Sieger. Timm will nicht nach Berlin, Asamoah garantiert auch nicht. Berlin ist eine schöne Stadt, sogar eine Hauptstadt, aber sicher keine im deutschen Fußball. Nächste Saison spielt Union in der 2.Liga. Das verspricht viel interessanter zu werden als Hertha im UEFA-Cup, vor allem, weil Union der Hertha sogar im UEFA-Cup Konkurrenz machen kann. Gerd Delle (am 2.6.2001)
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