Von allen Siegen - nun sind es derer schon sieben - fiel dieser bislang am leichtesten. Die Cottbussiter meinten es gut mit der rheinischen Spielerschar. Kein Wunder: Die krisengeplagte Region an der Grenze zum Ural hat allen Grund, den Kölnern dankbar zu sein. Hätte der 1. FC Köln Energie Cottbus nicht am letzten Spieltag der vergangenen Saison gewinnen lassen, dürfte die Osteuropa-Auswahl aus Arbeitslosistan heute gar nicht in der ersten Liga spielen. Dann würde in Cottbus auch am Samstagnachmittag tote Hose sein. (Daß der 1. FC Köln damals nicht aus Mitleid oder Großzügigkeit verloren hat, sondern um die Gladbacher Borussia am Aufstieg zu hindern, braucht uns jetzt nicht zu interessieren.) Jedenfalls zeigte sich der vielgeschmähte Ossi - dieses unbekannte Wesen, dem man bald jede Schandtat zutraut - an jenem Samstag von seiner Dankeschön-Seite. Das "Stadion der Freundschaft" machte seinem Namen Ehre. Ein Törchen in jeder Halbzeit mundeten den Gästen recht gut, und gegen Ende boten die Hausherren noch wahlweise einen saftigen Nachschlag oder ein süßes Dessert, das der FC aber - ganz sportsmännisch - ablehnte. Einen guten Gastgeber muss man nicht mit 0:4 desavouieren. Vielleicht war es aber auch ganz anders. Wahrscheinlich haben wir mit Energie Cottbus einen designierten Absteiger erlebt. Die Mannschaft von Eduard Geyer ist alle. Kraftlos, ohne Ideen und ohne Alternativen auf der Bank. Möglicherweise hat der 1. FC Köln mittlerweile auch eine richtig gute Mannschaft beisammen, die Selbstvertrauen und Spielwitz besitzt und darüber hinaus grätschen, foulen und schubsen kann. Nur die Schwalbe im Strafraum hat Lienen bis jetzt noch nicht durchgenommen (Gelbe Karte für Markus Kurth nach einem misslungenen Versuch). Und wie wir Pastor Ewald kennen, wird er solche Aktionen nicht nur persönlich zutiefst verabscheuen, sondern auch in der Mannschaftsbesprechung von Herzen tadeln. Der 1. FC Köln hat es nicht nötig durch Tricks und Mogeleien zu gewinnen. Schon gar nicht in Cottbus. Lesen Sie in der nächsten Woche: Wie die Angst vor Strunz den FC beflügelte. Und in der übernächsten Woche: Sieg gegen Werder! Was ist dran am magischen Papageien-Trikot? Stuhlfauth am 26. November 2000 |
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