6. Runde (Halbfinale) 

1.FC Kaiserslautern - Deportivo Alavés   1:4

Aber schön wars doch

Wunder gibt es immer wieder, und eine halbe Halbzeit konnte man am Betzeberg tatsächlich hoffen. Ein frühes 1:0, eine wacklige Alaves-Abwehr, das sah alles ganz prima aus. Hätte der Schiedsrichter Elfmeter gegeben, als Klose im Strafraum gelegt wurde - wer weiß, was da noch passiert wäre. Aber dann war das Wunder plötzlich abgesagt, als Torhüter Koch etwas unmotiviert einer langen Flanke hinterher hechtete, die dann von der Birne eines Spaniers ins Lauterer Tor trudelte. Der Rest war reine Formsache, der FCK kämpfte für die Galerie und Alaves schoß die Tore. Immerhin eins weniger als im Hinspiel. Aber schön wars doch. Nirgendwo in Deutschland wird so schön gesungen wie auf dem Betzeberg. "You'll Never Walk Alone" - das machen sie auch in Liverpool nicht besser. "Que sera" - das hat man auch in Spanien noch nicht gehört. Und "Marmor Stein und Eisen bricht" kennt im Ausland sowieso keiner. Wenigstens im Singen sind die Lauterer die wahren Sieger! (Gerd Delle) 

Deportivo Alavés  - 1.FC Kaiserslautern   5:1

Munteres Elfmeterschießen

Das war aber wirklich ein lustiges Spiel, vorausgesetzt man ist kein Betze-Fan. Vielleicht war es sogar für Betzefans, die ihren Humor noch nicht verloren haben, ein lustiges Spiel. Dank an Schiedsrichter Petersen für ganz neue Perspektiven im Fußball. Als er in der 20.Minute Elfmeter für Alaves gab, wunderten sich alle Beteiligten inklusive der spanischen Fans. Was war passiert? Es war nicht mal ein Spanier gefallen. Alle Fernsehaufzeichnungen bringen keine Aufklärung: "es muß wohl verdeckt gewesen sein", sagt der ZDF-Reporter. Leider haben die Spanier die Situation sehr schnell begriffen, und so fiel bald darauf ein Spanier, nachdem er gegen ein Lauterer Bein gerannt war, auf die Strafraumlinie - und schon wieder gibt Herr Petersen Elfmeter. Noch immer keine Erleuchtung bei den Betzebuben. In der zweiten Habzeit rennt Cruyff im Strafraum gegen Baslers Schulter und fällt freiwillig auf den Rasen - Elfmeter Nr.3 für Alaves. Endlich hat es gezündet beim FCK, jedenfalls bei einem, bei Gramozis: der rennt in den Strafraum, rammt die Schulter eines Spaniers und naja, Sie raten es wohl schon: Elfmeter Nr.4. Toll, daß endlich Elfmeterschießen nicht mehr nach dem Spiel, sondern im Spiel ausgetragen wird! Daß Alaves noch zwei wunderbare Tore aus dem Spiel heraus geschossen, spielt eigentlich schon gar keine Rolle mehr. Der Fairheit halber sollte Herr Petersen auch das Rückspiel pfeifen. Bis dahin kann Andi Brehme noch Fallen im Strafraum üben. (Gerd Delle)