28. Spieltag 6.-8.4.01

Schalke 04  -  1.FC Kaiserslautern   5:1
Torfabrik wieder in Gang. Geil!
Arme Betzebube! 14 Tore in 3 Spielen reinbekommen, das sieht wie ein Rekord aus für ein Team, das noch um die Meisterschaft mitspielen will (und sogar noch kann, denn der Abstand zu den Bayern beträgt immer noch nur 4 Punkte). Am Ende der Saison geht ihnen einfach die Luft aus - und das kann man getrost wörtlich nehmen. Die Schalker waren fast immer den entscheidenden Schritt schneller. Das war schon klasse zu sehen, wie Ebbe Sand erst mit einem Sprint über 50 Meter die gesamte Lauterer Abwehr hinter sich läßt, flach nach innen paßt und dann auch noch Mpenza schneller ist als alle Lauterer inklusive Torwart Koch. Und dann zum Schluß noch eine echtes Zaubertor von Ebbe Sand: den Ball im Strafraum in der Luft aufgenommen, noch mal leicht angetippt und dann direkt unter die Latte. Macht einfach Spaß, den Schalkern zuzusehen. Wenn sie schlecht spielen, dann spielen sie eben schlecht, ohne zu treten und zu spucken wie die Nachbarn aus Dortmund. und wenn sie gut spielen, dann sind sie nicht zu stoppen und es sieht auch noch prima aus. Zum Glück spielen sie jetzt rechtzeitig zum Saisonschluß wieder gut und können nächste Woche aus eigener Kraft mit einem Sieg gegen die Bayern die Tabellenspitze übernehmen (und von mir aus auch nicht mehr abgeben. (Gerd Delle)

Borussia Dortmund - Bayern München  1:1
Die Bayern treten zurück! 

Wenn die Bayern Pech haben, ist nicht nur der Dusel, sondern auch die Meisterschaft weg, denn eine derart bedenkenlos-heftige Verurteilung eines international renommierten Schiedsrichters durch Hoeneß und Konsorten wird sich der DFB kaum bieten lassen. Effe muss wohl die nächsten Wochen draußen bleiben und in den restlichen Ligaspielen wird bei den Münchnern ganz genau hingeschaut werden. Dabei haben die Kritiker des Schiris so Unrecht nicht. Am Fall Effenberg lässt sich das zeigen, denn dessen harmloser Check mag grob und irregulär gewesen sein, ein böses Foul war das nicht und ein platzverweiswürdiges schon gar nicht. Jeder Tritt nach Ball und Gegner ist da übler. Wirklich nachtragen kann man den Bayern ihr ruppiges Auftreten in Dortmund aus zwei Gründen nicht: Sie sind die Ersten, die den Dortmunder mit gleicher Münze abgegolten haben, was diese für gewöhnlich im Westfalenstadion austeilen. Dort ist nämlich seit Sammer ein Hauen und Stechen, Treten, Beißen, Kratzen und Pöbeln an der Tagesordnung, dass es nur so eine Unart ist. Und keiner tut was dagegen. Die Schiris nicht, die Gegner nicht und in der Berichterstattung wird dieses Benehmen fast immer unter den Teppich gekehrt. Zweitens war das ganze Geschehen durch die untaktische Bayernleidenschaft, wenigstens vorm Fernsehkasten, ein Unterhaltsames. Dass das Sportliche zu kurz kam, haben die Borussen zu verantworten, denn die hätten nun schlechterdings gegen neun Mann ein feines Powerplay aufziehen und damit den Eishockey-Charakter des Spiels noch unterstreichen können. Einzig Rosicky hatte Würdiges zu bieten. Schade, dass der Mann bei einer Truppe gelandet ist, deren Spielweise regelmäßig vergiftete Stimmung heraufbeschwört und damit die Aussicht, dass der fragile Mann Opfer von ungesunden Attacken wird, nur zu wahrscheinlich macht. (Egon Zewe)

Eintracht Frankfurt  -  Bayer Leverkusen  1:3
Rausch ausschlafen
Was tut ein Mann der keine Lust mehr hat, seine Pudel und seine Weiber auszuführen, zumal die viele frische Luft einem echten Kerl eh nicht gut tut und womöglich jemand glauben könnte: "Der ist ja schwul". Allein der Gedanke daran sorgt bei pubertierenden Jungmänner dafür, die Gemüter und Fäuste in Wallung zu bringen. Mit dem Alter gibt sich das meist, aber nicht bei allen Zeitgenossen gilt, dass mit den Jahren auch die Erfahrung sich vermehrt. Ausnahmen bestätigen die Regel: Die Frankfurter Eintracht bietet dafür den Anschauungsunterricht. Und wirklich alle machen mit. Spieler, Trainer, Vorstand und Fans. Vor dem Spiel tat der Interimstrainer Friedel Rausch kund, dass "seine Jungs brennen". Und was tat er, der alte Feuerwehrmann? Was alle Feuerwehrmänner tun, wenn sie nicht beim löschen sind. An seiner Mannschaft hat es nicht gelegen, die boten gegen die Marketingabteilung des Konzerns aus dem Rheinland zunächst eine gute Partie. In der ersten Halbzeit traf Kirsten zum 1:0. Es dauerte bis die Hessen ihre vielen Chancen verwerten konnten; der Anschlusstreffer fiel durch Yang erst in der 58.Minute. Das Blatt begann sich zu wenden. Zugunsten der Gäste; Lucio traf zweimal. Das Feuer auf dem Platz war damit gebannt, jetzt fackelte es auf den Rängen, und den Gästen der Vip Lounge wurde verdammt heiß auf ihren Sesseln. Berti Vogts wünschte seinem Freund Friedel noch alles Gute und verschwand durch die Hintertür. (Dona Mara)

mailto: headquarter@football-crazy.de

home

 
Vorrundenspieltage
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17

Rückrundenspieltage

18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34
Ergebnisse
Dortmund - Bayern  1:1

Schalke 04 -  Kaiserslautern  5:1

Frankfurt - Leverkusen  1:3

Köln - Unterhaching  1:1

Rostock - Stuttgart  1:1

Cottbus - Wolfsburg  0:0

Bremen - Hertha  3:1

Freiburg - HSV  0:0

1860 - Bochum  2:4

1860 München - VfL Bochum  2:4
Feld von hinten aufrollen...
Wie es geht zeigt die Mannschaft mit den schönsten Namen der Liga. Trainer Schafstall brauchte auf der Reise in den Süden gar nicht prophetisch werden, da die Löwengrube sich als Bühne für die jungen Bochumer entpuppte. Yildiray Bastürk spielte ausgezeichnet und schoss die ersten beiden Tore der Partie (37. und 49. Minute). Die Löwen agierten in der ersten Halbzeit ähnlich schlapp wie die "Kollegen" in freier Wildbahn, die nach der Abfütterung durch ihren Harem plautzig rumdösen. Den Großkatzen sei es gegönnt, von den Namensvettern darf man an einem Samstag jedoch mehr erwarten. Löwen lassen Löwinnen jagen, die Münchener "Unterart" lässt den Gegner jagen. Der Anschlusstreffer wurde durch Rouven Schröder in der 56. erzielt, aber kaum eine Gähnlänge weiter stand es durch den Treffer von Thomas Reis 3:1 für Bochum. Daniel Borimirow konnte mit seinem umstrittenen Treffer zwar noch mal auf 2:3 verkürzen, allein er bekam die Löwen nicht mehr wachgerüttelt, das besorgte dann im Gegenzug Schindzielorz mit seinem Treffer zum 4:2 Endstand. In der Bibel heißt es hoffnungs- heischend, die Ersten werden die Letzen, die Letzen werden die Ersten sein. Für diesen Samstag traf es zu: Bayern München wurde in Dortmund ins Fegefeuer gestoßen und Bochum ward Tagessieger. Und am Ende der Saison beweist Bayern, dass der Ablasshandel weiterhin floriert und Bochum zeigt den Leverkusenern wo Unten ist. (Dona Mara)