GRUPPE C 

9. Oktober 1999, Tatort Zagreb: der jugoslawische Abwehrspieler Zoran Mirkovic erhält im Qualifikationsspiel gegen Kroatien die rote Karte. Sein vorzeitiger Weg zur Umkleide gerät zur politischen Demonstration: selbstsicher reckt er den kroatischen Zuschauern das Siegeszeichen entgegen – und geht gleich in Deckung, um nicht von Flaschen und anderen Wurfgeschossen getroffen zu werden. 

Das Spiel endet 2:2 und Jugoslawien löst quasi in letzter Sekunde das Ticket zur Europameisterschaft - Erzfeind Kroatien darf bei der Europameisterschaft nur zuschauen. Klassenziel erreicht, dürfte man meinen. Ob da noch Luft für weitere Erfolge ist, muss man die alten Herren in der jugoslawischen Nationalelf wie Mihajlovic, Djukic oder Mijatovic (AC Florenz) vielleicht selber fragen.

(Ianskur, am 8.6.2000)

DI, 13.6. Jugoslawien - Slowenien  3:3
Zehn orthodoxe Brüder kämpften mannhaft gegen eine Übermacht aus Schlawinien und gewannen Meter um Meter zurück. Den Skifahrern aus der Nachbarrepublik ging am Ende die Puste aus. Gegen Norwegen wirds schwerer. Die machen Ski-Langlauf.
SO, 18.6. Norwegen - Jugoslawien 0:1
Auf Männer. Die Blamage gegen Slowenien ist vergessen, Spanien schlagen, ab ins Viertelfinale.
MI, 21.6. Jugoslawien - Spanien  3:4
Nur Memmen ohne Bürgerkriegserfahrung spielen ein Match mit 11 Leuten zuende. Dabei kann man nicht immer gewinnen. Jugoslawien trotzdem weiter.
Viertelfinale Holland - Jugoslawien  6:1

Hat Euch denn keiner gesagt, daß man gegen die Holländer rennen muß, bis einem die Zunge aus dem Hals hängt, ihr Helden des Balkans? 1:6 - auch beim Verlieren hassen die Jugos das Mittelmaß.

Irgendwie sieht die ganze Truppe mit ihren hochgestellten Kragen aus wie eine Bande von Zuhältern aus dem Balkan. Und so spielen sie auch: mit Haken und Ösen und fiesen Tricks. Gemein wie Italiener in den Achtziger Jahren. Und dabei sind sie manchmal auch noch richtig gut, jedenfalls wenn sie der Gegner genügend gereizt hat sind. Schluß im Viertelfinale: 1:6 gegen Holland. Aber wer verliert schon gerne 1:0??