Unterhaching
Nachruf auf einen Hügel

Haching ist abgestiegen. Naja, war ja klar, spielen sie halt wieder in der 2.Liga. Alles wieder wie früher. Bast scho. Aber ganz so wird es nicht mehr sein. Der legendäre, vielleicht 4 Meter hohe Grashügel, der einst zu Zweitligazeiten die Gegengerade des Sportparks bildete, mußte in der ersten Liga einer modernen 5.000 Zuschauer fassenden Tribüne weichen. 

Was waren das für Fußballschlachten, als man am Freitag Abend in der Dunkelheit bei Sturm und Regen auf diesem Hügel stand und sich das Gekicke Haching gegen Uerdingen gegeben hat. Ständig wurde einem die Develey-Senf-Fahne von der Fahnenstange, die einem die direkte Sicht auf das Spielfeld verwehrte, ins Gesicht geblasen. Der Torschrei - und so wenige waren das gar nicht wie man vielleicht glauben möchte - blieb einem im Halse stecken, weil man beim Freudensprung auf dem nassen Rasen ausrutschte und sich nicht nur sämtliche Kleidungsstücke ruinierte, sondern bei direktem Kontakt mit gelegentlich herumliegenden Steinen auch noch einige Rippen anknackste. Wenn man Glück hatte, rutschte man wenigstens so bergab, daß man den vor sich Stehenden mit einer eleganten Blutgrätsche von hinten umsäbelte. Hierauf kam ein Ordner und zeigte die gelbe Karte. 

Ja, auf dem Hügel, da wurde Support noch gekämpft, wurde Einsatz gezeigt und Haching war erfolgreich. Nun steht dort die Tribüne. Sie sieht gut aus, keine Frage. Das ganze Stadion ist ein kleines Schmuckkästchen. Aber der Hügel kehrt nie wieder. Wir vermissen Dich und hoffen Du bist an einem besseren Ort. Wir werden Dich nie vergessen.

Galle

Übrigens: das erste Spiel der laufenden Saison endete, wie es enden mußte: der VfL Bochum gewann in Unterhaching mit 2:0