2. Spieltag 4.-5.8.01

Kaiserslautern - Mönchengladbach  3:2
Gladbach macht schlapp
Geschichte wiederholt sich doch, und durchaus nicht immer als Farce. Der FCK spielt 75 Minuten lang zuhause am angeblich unbezwingbaren Betzeberg miserabel. Gladbach hat die Partie im Griff und liegt durch zwei wunderbare Kontertore von Arie van Lent verdient in Führung. Sichere Sache, sollte man denken. Aber dann zieht Mario Basler aus 30 Metern einen ebenso unsinnigen wie verzweifelten Schuß ab und das Ding geht rein. Abpraller. In der 90. Minute bekommen die Lauterer einen Elfmeter (man soll eben nicht einen gewieften alten Sack wie Olaf Marschall im Strafraum am Trikot ziehen) und es heißt 2:2. Auch das wäre noch akzeptabel gewesen für die Gladbacher, aber dann wurde wie schon des öfteren so lange am Betzeberg gespielt, bis Kaiserslautern gewonnen hat. Das muß ungefähr in der 94. Minute gewesen sein. Und jetzt ist Big Brehme happy, und der FCK vermutlich der schlechteste Tabellenführer der letzten 10 Jahre. (Gerd Delle)  
Hertha BSC - Borussia Dortmund  0:2
Sammer erzählt... 
...einen vom Pferd. Bei der Hertha gab es auf einer Reklametafel zu lesen: "Gelb macht glücklich", aber entweder kann Trainer Sammer nicht lesen oder aber er will es nicht, jedenfalls blieb ihm die Botschaft verborgen. Beim Spiel seiner Mannschaft sah er wieder mal nur rot. Lag das womöglich an dem wurstigen goldgelben Schlips, der ihm das Blut im Schädel staute und auf die Augen drückte? "Unterirdisch" hätten sie gespielt – erstaunlich gut für ne unterirdische Leistung konnte man als Zuschauer nur befinden. Spieler wie Rosicky und Amoroso kann man gar nicht genug zutrauen. Der Treffer zum 1 :0, aufgelegt von Rosicky, vollendet von Amoroso, war wunderschön. Die Berliner spielten zwar gut mit, aber es war zuviel Wasserstoff- peroxid im Spiel. Das Zeug hat eine verheerende Wirkung, die Haare werden gebrochen und legen sich steif und fest um den Schädel. Das verändert natürlich den Drall beim Kopfball. Schlimmer wird das nur noch durch den Auftrag von Gel – im Ruhrgebiet sagt man nicht umsonst, das (in diesem Fall den Sieg) kannse dir in die Haare schmieren. Der Treffer zum 2:0 war zwar nicht ganz so ansehnlich wie der erste, aber ganz und gar nicht unterirdisch. Überhaupt ist die gesamte Borussen-Mannschaft recht proper und spielt dazu überraschend gut. Alles könnte so schön sein, gäbe es sie bloß ohne den Sammer, der Blut, Schweiß und Tränen fordert, so aber ist der vom Trainer daher palaverte Einbruch nur eine Frage der Zeit. Eine sich selbst erfüllenden Prophezeiung tritt dummerweise immer ein. Im letzten Jahr rumpelstiltze der Trainer rum : Ich krieg nen Koller und jetzt, wo er ihn hat, erzählt er einem vom Pferd. (Dona Mara)

Bayern München  -  Schalke 04  3:0
Aufwachen!
Es mag an der fehlenden Heimstaat liegen, dass die Schalker momentan orientierungslos wirken, vielleicht lag es aber auch nur am blendenden Wetter. Die Gedanken kreisten zwar um die schönste Nebensache der Welt, aber die Umlaufbahn war irgendwie gestört. Dramatisch nahmen sie die Niederlage jedenfalls nicht, und das völlig zu Recht. Zu sehen gab es einen bayerischer Arbeitsieg. Klar und trocken, zweimal nach Standartsituationen, schossen sich die Bayern in der ersten Hälfte zum Heimerfolg. (Vielleicht sogar ein bisserl beschwingt, da der große Landesvater auf der Tribüne weilte und im Anschluss an das Spiel dem FC Bayern zur Ehre - für was auch immer?! - eine Fotographie von sich selber überreichte.) In der vergangenen Woche haben die Mönche einen gedeihlichen Weckdienst verrichtet. Könnte sein, dass heuer den Bayern die gleiche Bestimmung für die Schalker zugefallen ist. In der zweiten Halbzeit waren die Schalker immerhin schon so munter, dass ihnen hie und da ein ahnsehnlicher Angriff glückte. Der frisch gekürte "Fußballer des Jahres" belferte seinen "Kameraden" - auf den Weg von der Kabine ins Stadion vor laufender Kamera in schnarrendem Drittreichtonfall an: "Kommt Männer, kommt Männer auf" (vermutlich in den Kampf). Überhaupt "Fußballer des Jahres", schämen sich die Journalisten eigentlich nicht, andauernd Torwärter zu Fußballern und dann auch noch des Jahres zu küren? Peinlich - und was die Kompetenz unserer Pressevertreter angeht gleichzeitig bezeichnend. Abgesehen davon ist O. Kahn auch in seinem Metier (des eben nicht Fußballspielens) erkennbar nicht unter den Allerbesten. Das Keepen ist eine sehr schlichte, klar definierte Aufgabe: Der Ball darf nicht ins Tor. Das lässt sich dankbar zu einer Statistik machen. Die Ran - Datenbank ist hier ausnahmsweise recht aussagekräftig. Honoriert wird allzeit, zuvorderst vom gemeinen Presskläffer vom Straßenblatt, großmäulige Wichtigtuerei und zur Schau gestellte Besessenheit. Dass so ein verhaltensgestörter Aggressivling als Vorbild für den Nachwuchs hingestellt wird ist schon irritierend. Ein vergleichsweise gelassener Typ wie Richard Goltz mit gehöriger Distanz zu sich selbst und zum Geschäft, hat da keine Chance. (Egon Zewe)

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Ergebnisse

Bayern - Schalke  3:0

Wolfsburg - St. Pauli  1:1

Hertha - Dortmund  0:2

Nürnberg - Freiburg

Bremen - Cottbus  3:2

HSV - Stuttgart  2:0

Köln - 1860  2:0

1. FC Kaiserslautern - Mönchengladbach  3:2

Rostock - Leverkusen  0:3

 

1.FCK  - 1.FCK  2:1
95 Minuten??
Nein, 95 Minuten wurden diesmal nicht gespielt. Schließlich lagen die Lauterer in Führung und Kölle drängte auf den Ausgleich. Seltsam, sagt Ewald Lienen. Noch seltsamer fand unser Korrespondent Al Aaf, der sich dem neuen Volkssport Premiere-Abzocken verschrieben hat, das, was er da auf dem Bildschirm zu sehen bekam. Mehr