7. Spieltag 22.-23.9.01

Kaiserslautern - Hertha 4:1
Erst hast du kein Pech und dann kommt noch Glück dazu 
Bisher wurden die Erfolge der Lauterer nicht besonders ernst genommen. Die Serie der Pfälzer wurde allenthalben betrachtet, wie die obligatorische Siegesfolge eines jeden leidlich guten Clubs im Laufe einer Saison. Nur dass diese hier zufällig am Anfang der Saison einsetzt. Auch gründete die anhaltende Gelassenheit von Beobachtern und Konkurrenten am eher biederen Gekicke der roten Höllenbewohner und schließlich am Benehmen des Trainergespanns, welches durch den Namen des zweiten Übungsleiters ganz gut charakterisiert scheint. Doch mit der Ruhe ist es allerseits vorbei seit diesem Spieltag, der Bayernstartrekord ist eingestellt und das zur Abwechslung sogar mit einem verdientem Sieg. Beim 4:1 war allerdings ein verschossener Elfer das Interessanteste. Wie da zunächst Lincoln ein herumstehendes Bein nutzt, um sich mit klappernden Knochen  drüberzustürzen, Basler dann die Erledigung des prompt gegebenen Elfers platzhirschmäßig  an sich reißt und endlich mit gewohnter Sicherheit und Großkotzigkeit am Winkel vorbeidrischt (von zwölf Strafstößen in der Bundesliga hat er nun schon fünf verschossen), das war schon sehenswert.

BVB - Leverkusen  1:1
Waldhofer Schule rules Abwehr

Christian Wörns wirkt wie der nette Bub von nebenan, einen denn kein Wässerchen trüben kann. Er drängt  sich nicht in den Vordergrund und scheint ein umgänglicher Mensch zu sein, so bereitwillig wie er den auf O-Ton Hyänen von Kirch Auskunft gibt. Das Spiel gegen Liverpool fasste Wörns in 5 Silben zusammen: „Es is’ nix passiert“; Gegen Leverkusen is wieder nix passiert und wenn es nach Wörns ginge, würde nie etwas passieren, zumindest nichts, was mit Fußball zu tun hat. Waldhofer Schule rules in der Dortmunder Abwehr. Die Söhne Mahnheims machen die Räume dicht. Die Devise lautet: Der Zweck heiligt die Mittel, es geht, darum Tore zu verhindern. Der  Oberwachmeister Kohler setzt neben anderen auf spielerische Mittel, sein Kompagnon Wörns hingegen kommt daher wie der Terminator, in dessen Programmcode der spielerische Umgang mit dem Lederball fehlt; um die kleinen Bälle seiner Gegner hingegen kümmert er sich rührend. Nonchalant greift er in jedes sich bietende  Gemächt und legt auch sonst gern Hand an. Der Begriff Manndecker erlangt bei Wörns eine ganz neue Dimension. Bestärkt durch seinen Trainer, kündet Wörns von der Notwendigkeit solcher Maßnahmen, Profifouls genannt. Schon der Name Profifoul ist absurd, und was dahinter steht ist purer Schwachsinn. Mit Fußball spielen hat das nicht mehr das Geringste zu tun. Diese Einsicht ist zu Christian Wörns noch nicht durchgedrungen, aber einsam braucht er sich deshalb nicht zu fühlen. Das Prinzip Manndecker a la Wörns: keine Tore, keine Spannung, keine Begeisterung reichen  für das Profigeschäft aus, Hauptsache ist der Rubbel rollt. (Dona Mara)

 

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Ergebnisse

1860 - Wolfsburg  2:1

Stuttgart - Hansa Rostock  2:1

Cottbus - Bayern  0:3

Freiburg - Schalke  2:0

Borussia Dortmund - Leverkusen  1:1

HSV - Bremen  0:4

1. FC Köln - Nürnberg  1:2

Kaiserslautern - Hertha  4:1

Borussia Mönchengladbach - St. Pauli  2:2

Gladbach - St.Pauli  2:2
Augenstecherei
Wer hat dem Borussen Igor Demo diesen Doppelfinger- Augapfel-Plopp-Hieb beigebracht? Und vor allem: warum hat Schiri Wack den Gladbacher Shaolin-Krieger dafür nicht vom Platz gestellt? Vielleicht weil Wack zuvor schon dem Paulianer Amadou fälschlicherweise die gelb-rote Karte gezeigt hat. Sowas nenne ich einen richtigen Heimschiri, wollte natürlich sagen: "Schiedsrichter Gnadenlos". Das Ping-Pong- Ausgleichstor für St.Pauli nach Freistoss in letzter Minute konnte Wack jedenfalls nicht verhindern. Aber solange es in Mönchengladbach noch diesen in die Jahre gekommenen Stadionsprecher gibt, der jeden Treffer der Heimmannschaft mit "Toor für die Borussejaa" ankündigt, muss man sich halt damit abfinden. Mit den 19% für Schill in Hamburg aber nicht. (Ianskur)
Köln - Nürnberg  1:2
Voll ins Auge
Kaos beim FC: Eigentlich war das ein Pflichtsieg, aber dann ließ Ewald Lienen schon wieder eine neue Mannschaft auflaufen und alles ging schief. Immerhin ist der mann selbstkritisch genug, um festzustellen, daß er selbst Schuld am Debakel hat. Mehr weiß unser Geißbock-Experte Al Aaf.