Prof.Dr.f.c.Karasack
KisteTorwartAluIcke...!? 

Sehr geehrter Thomas Herrmann! Mit größtem Vergnügen spreche ich Ihnen den Stammel-Cup der Woche zu - wohl wissend, daß unter Umständen schon eine Vorentscheidung gefallen ist für den Stammel-Cup des Jahres. Die Glanzpunkte Ihrer Reportage über das Spiel München 1860 gegen Hansa Rostock jedenfalls könnten die Berichterstattung über unseren geliebten Fußballsport geradezu revolutionieren - jedenfalls was die Kürze anbelangt, die ja in unserer hektischen Zeit von immer größerer Bedeutung ist. Ungewöhnlich inspiriert hat mich Ihr Satz:

KisteTorwartAluIcke

Eigentlich handelt es sich ja im klassischen Sinne dabei nicht um einen Satz, denn es fehlt zumindestens das Tu-Wort (um es mal auf Deutsch zu sagen). Aber wir wollen hier nicht kleinlich sein. Immerhin passierte in der beschriebenen Szene eine ganze Menge: erst tritt Icke Häßler zum Freistoß an, dann trifft er wie üblich die Latte, dann tritt der gegnerische Torwart (erfolgreich) beim Abpraller in Aktion, was bedeutet, daß die Löwen schon wieder kein Tor geschossen haben, und schließlich und endlich schmeißt dann auch noch Löwentrainer Werner Lorant einen Behälter, der zufälligerweise neben ihm steht, im hohen Bogen durch die Gegend. Völlig logisch, daß eine solche Szene im Fernsehen, wo man all das zu Gesicht bekommt, mit Worten nicht zu beschreiben ist - es sei denn, man benutzt eine Kurzformel (in der dann auch die Reihenfolge der Ereignisse durchaus umgekehrt werden darf, denn schließlich läßt man dieselben ja noch einmal Paroli laufen)!

Eine zweite derartige Kurzformel ist mir in Ihrem Bericht angenehm aufgefallen, Herr Herrmann:

WutÄrgerFreude2:1Fußballpur

Eine bessere Zusammenfassung des Spieles habe ich bislang noch nicht gehört. Kompliment, Herr Herrmann. Vielleicht könnten wir auch in anderen Situationen neue Kürzel einführen, die uns unnötige Verzögerungen bei der Berichterstattung ersparen und die sicher jeder Zuschauer nach einer gewissen Eingewöhnungszeit verstehen wird. Vielleicht ist Ihnen ja auch aufgefallen, Herr Hermann, daß die Bild-Zeitung derzeit auf großflächigen Plakaten mit (und für?) SMS-Kurznachrichten wirbt, die insbesondere unser jugendliches Publikum so liebt. LiDuMi heißt, nur um eine Beispiel zu zitieren: Liebst du mich?

Vielleicht könnten wir derartige Kürzel demnächst auch bei SAT1 hoffähig machen. Ich schlage als erstes folgende Varianten vor, über die ich gern mit Ihnen in einen kreativen Gedankenaustausch treten würde:

BluGräVoHiRoKa = Rote Karte nach eine Blutgrätsche von hinten.

TriZeGeKaFrei = Trikotzerren, Gelbe Karte, Freistoß

ToWaFe1:0Sch = Torwartfehler, der zum 1:0 führt. Scheiße!

SchwaStra11MTor = Schwalbe im Strafraum, Elfmeter, Tor

SchwaStrafGeKa = Schwalbe im Strafraum, Gelbe Karte (falls der Schiedsrichter aufgepaßt hat).

SchiriTelPrüNDS = Schiedsrichter Telefon, Prügel nach dem Spiel.

Sie sehen, Herr Herrmann, es gibt noch viel zu tun. Packen wirs an! Oder wie Ihr Kollege Werner Hansch so schön sagte:

"Scheinwerfer aus. Das Affentheater geht weiter. Die nächste Vorstellung folgt am Dienstag!"

In diesem Sinne!

Ihr Prof.Dr.f.c.Karasack am 12.Dezember des Jahres 2000

mailto: headquarter@football-crazy.de

Arbeitsmoral
Sehr geehrter Herr Rubenbauer! In Ihrer Bilanz des Spieles 1860 München gegen Parma sagten Sie: "Vorne hingen zwei Spitzen in der Luft. Was sollten die auch anders machen?" Einmal abgesehen davon, daß wir uns fragen müssen, was denn die Spitzen dazu bewegte, in der Luft zu hängen, müssen wir uns doch ernsthaft damit auseinander setzen, ob sie wirklich nichts anderes hätten machen können. Wir sind da entschieden anderer Meinung als Sie! Eine solche Arbeitsmoral, wie sie diese Spitzen an den Tag legten, können wir nicht unkritisiert lassen. Statt einfach bequem in der Luft zu hängen, hätten sie z.B. auch laufen können. Sie hätten sich sogar anspielen lassen können. Und für den Fall, daß niemand sie hätte anspielen wollen, hätten sie sogar, statt weiter zu hängen, sich sogar ins Mittelfeld bewegen und sich den Ball dort abholen können. Nichts für ungut, Herr Rubenbauer, aber so geht es nicht!

 

Vollrausch...
"Die Mannheimer jetzt im Vollrausch!" wußte DSF-Reporter Uwe Bornemeier beim Spiel Mannheim gegen Oberhausen zu berichten. Das Spiel endete 5:0 für Mannheim, und wir fragen uns allen Ernstes, ob man diese Methode nicht öfter anwenden sollte. Eine Pulle Rotwein vor dem Spiel - ja, das könnte vielleicht Wunder wirken und die unsäglichste Mannschaft zu wahren Höchstleistungen antreiben!

Mit rauschenden Grüßen. Ihr Prof.Dr.f.C.Karasack