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| Gastautor Prof.Dr.f.c.Dietrich von Schwahnwitz | |
| RAN out - Fußball für Frauen | |
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Sehr geehrter Herr Wontorra! Nehmen Sie die unerträgliche Kritik an der Verlegung Ihrer Sendung RAN auf Samstagabend 20.15 Uhr nicht allzu tragisch. Hier sind Leute am Werk, die keine Ahnung von Fernseh-Entertainment haben und immer nur Fußball Fußball Fußball sehen wollen. Nachdem ich zufällig - und wie ich gestehen muß mit äußerstem Vergnügen - das Interview gelesen habe, das Sie dem geschätzten Kölner Boulevard-Blatt Express gaben, kann ich nur sagen: Sie sind mit Ihren Überlegungen über mögliche Verbesserungen der Sendung auf dem allerbesten Weg. Im Express sagten Sie: "Die Frauen wollen, daß ihnen ein Amoroso (haben Sie den Namen schon wirklich entschlüsselt: Amorso - der Geliebte!!!), menschlich nahe gebracht wird - danach wollen sie vielleicht auch wissen, wie der Fußball spielt." Sehr richtig, Herr Wontorra! "Wir sollten hintergründiger, feuilletonistischer werden und auch die Bilder zeigen, wie Arie van Lent abends sein Tor gegen die Bayern feiert. Oder wie sein Trainer Hans Meyer den 6-Mark-Rotkäppchen-Sekt schlürft." Wunderbarer Ansatz, Herr Wontorra! Aber mehr Mut, bitte! 30 Sekunden Hamburger Spieler mit der Pfanne in der Hand beim Kochen zu zeigen, (in der RAN-Sendung dieses Wochenendes zu sehen) das wird nicht reichen. Unsere Frauen sind da schon etwas anspruchsvoller, vor allem die Zielgruppe der 18-45-Jährigen. Gestatten Sie mir als Medien-, Bestseller- und Frauenexperte einige Vorschläge zur Befriedigung unseres weiblichen Publikums:
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- Mehr Erotik! Zeigen Sie immer wieder Spieler mit nacktem Oberkörper! Das wirkt auf unsere Frauen äußerst erregend, vor allem, wenn diese Spieler sich die Trikots förmlich vom Leibe reißen. Diese muskulösen Körper, diese flachen Bäuche! Gehen Sie noch einen Schritt weiter! Starten Sie endlich die Bundesliga-Dreamboy-Show.
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- Dessous Parties! Präsentieren Sie eine hocherotische Bundesliga-Dessous-Collection. Es wird Ihnen sicher nicht entgangen sein, daß insbesondere in kleinstädtischen und ländlichen Gegenden (und das muß ja wohl die ausgesuchte Zielgruppe sein) sich Dessous-Parties großer Beliebtheit erfreuen. Präsentieren Sie superscharfe BH's, Strings-Tangas mit Vereinsemblemen am richtigen Platz. Und holen Sie als Moderatorin die bezaubernde Monika Lierhaus zurück, die sich sicher ganz professionell ihrer schwarzen Lederhose wird entledigen können.
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- Mehr Fashion! Es reicht nicht, Herr Wontorra, nur mehr oder weniger schlecht gekleidete Spieler, Trainer und Manager vor die Kamera zu zerren. Fußballtrikots sind als Modeartikel bestens geeignete für bierbäuchige Fans, verdecken aber die schönsten weiblichen Kurven bis zur Unkenntlichkeit. Sorgen Sie für eine echte Bundesliga-Damenkollektion. Hot Pants statt flatternde Hosen bis zum Knie, hautenge Tops in Vereinsfarben, ergänzt durch das unnachahmliche Bayern-Dirndl. Vielleicht könnten Sie sogar noch ein Abendkleid entwerfen lassen fürs Dinner in der VIP-Lounge. Die Vereinskassierer werden es Ihnen danken, das Merchandisinggeschäft wird blühen und alle sind zufrieden.
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- Duft-Kreationen! Vergessen Sie nicht die Fußball-Kosmetik-Collection. Frauen stinken ungern nach Schweiß und geben gern ein Menge Geld für allerlei Gerüche und Schminken aus. Vielleicht sollten Sie sich mit Herrn Spikker zusammen schließen. Der hat ja mit LR (International) Ahlen den ersten wohlriechenden Fußballverein der Welt geschaffen. Ich hoffe, Ihnen mit meinen Vorschlägen ein wenig weitergeholfen zu haben, Herr Wontorra. Allerdings müßten Sie dieses sinnlose Gerenne und Gekicke gnadenlos aus der Show entfernen. Dafür gibt es schließlich Minderheitensender wie Premiere World. Viel Erfolg wünscht Ihnen Ihr Professor Dr.f.c. Dietrich Schwahnwitz (5.August des Jahres 2001) mailto: headquarter@football-crazy.de |