Deutschland - Paraguay 1:0 

Achtelfinale

„Welcome to the Azzuri tomb!“

 Da kommt von irgendwo ‘ne Flanke her

        und Deutschland gewinnt 1:0, also der insgeheim erwartete Spielverlauf, auch wenn vorher alle gesagt haben, vermutlich sogar der bekloppte Aspirin – Junkie Cha Bum, dass man gegen diesen Gegner doch eigentlich klar überlegen sei und hoch gewinnen müsse. Dies wurde aber wohl nur geäußert, um jetzt wieder Understatement pflegen zu können und zu behaupten, die Mannschaft wäre ja tatsächlich noch gar nicht so weit, um unter den letzten 8 mitkicken zu dürfen. Dabei war’s doch ein klarer Sieg, das Tor fiel nur etwas spät. Die falsche Abseitsentscheidung Mitte der 2. Halbzeit, die einen Alleingang eines Paraguayos verhinderte, war unerheblich, denn der Stürmer hätte sowieso nur dem Geburtstagskind Olli den Ball gegeben, mit Schleifchen vermutlich. Alles in allem ein öder Kick, selbst nach dem Ergebnis fragt bald keiner mehr.

Danish Vegemite

                       lieferte England. Kurz, schmerzlos und souverän gewannen die Briten schon zur Pause 3:0 und trainierten danach noch ein wenig. Das sah ganz gut aus. Aber auch hier galt: Angesichts der Einseitigkeit ein fader Kick. Nach diesem lahmen 1/8 – Final Auftakt kam nun 3x richtiger Fußball, bis zum Brasilienspiel. Riesige hölzerne

Schwedenpuppen

                                  umspielte El-Hadji Diouf zuhauf und bewies erstens, dass die Elche doch nicht so gut verteidigen und zweitens, dass er geschickter stürmt als ganz Argentinien, obwohl letztlich Camara traf und auch die Schweden noch einige Siegchancen hatten, weshalb man tatsächlich ins Grübeln kam, ob Golden Goal nicht doch toll ist.

Losing Irish (oder: „Irländer am Verlieren“, frei nach R. Völler) 

            Nichts scheint Iren lieber, als heroisch-tragisch zu verlieren. Also machte man sich gegen Spanien daran, es diesmal besonders schön zu inszenieren. Doch auch die Spanier sind ja bei WMs  für dämliches Ausscheiden bekannt und gaben dafür alles. Aber es kann nun mal nur einer verlieren, also verlor Spanien lediglich seinen Mythos und konnte seine insgesamt 4. WM – Verlängerung (bisher ’34, ’86, ’90) erstmals siegreich gestalten. Bedenkt man nun noch, dass die letzten 3 Champs immer ein 11-Meterschiessen brauchten, ist Spanien nach dem 1/8-Finale großer WM-Favorit.

D eep in the heart of Texas

             schaute vermutlich fast niemand USA – Mexico. Erstens war es ½ 4 nachts, zweitens war es Soccer, und dass ist dort Mädchensport, was z. B. der Brasilianer Ronaldinho mit seinem weißen Haarreif nachhaltig zu beweisen trachtet. Dabei war USA -Mexico durchaus nichts für Lutscher, das Spiel hatte Derbycharakter, es gab ordentlich auf die Socken und Hernandez setzte sich mit einer Schwalbe an die 2. Stelle der „goldenen Himbeer“ - Wertung. Der Schiri übersah zudem die Volleyballeinlage eines Amis im eigenen 5er, soz. eine passive Fehlentscheidung, während der

12. M ann

             bei Belgiens Führungstor aktiv ins Geschehen eingriff. Bei 4 Spielen sind den Brasilianern nun schon 2 Siege vom Schiri geschenkt worden. Superquote, so wäre sogar der FC Kölle schon mal Weltmeister geworden. Laut Ronaldo fängt die WM ja erst richtig mit dem Viertelfinale an, doch eigentlich müsste sie ohne Brasil beginnen, denn führende Belgier hätten wahrscheinlich noch 2-3 Kontertore gemacht und bestimmt nicht verloren. Stattdessen rettete der beste Brasilianer, TW Marcos, ein paar Mal, bevor Antischauspieler Nr. 1 Rivaldo mit einem abgefälschten Glücksschuss erfolgreich war. Brasilien wäre jedenfalls ein lächerlicher Champion und muss verhindert werden, dafür darf man sogar mal zu England halten.

Türkiye

             schoss schnell das 1:0 und schaukelte das Ganze gegen japsende Japaner locker nach Hause. Die Autokorsi hätten eigentlich schon direkt nach diesem Tor beginnen können, dachten wohl auch

10 Zuhälter und ihr Bodyguard Vieri

             ,dessen Tor bei Belgien ohnehin Foulspiel gewesen wäre. Doch Südkorea verpasste den Italos doch noch eins. Bis dahin hatten sie wieder üblen Catenaccio versucht. In der Verlängerung setzte sich Totti zunächst auf Platz 3 der Himbeer-Wertung und fuhr schon vor zum Packen. Dann schossen die Italiener wieder mal ein Abseitstor, bevor sie der Perugia-Spieler Ahn erledigte. Diese angeblich falschen Abseitsentscheidungen waren übrigens alle goldrichtig, denn die scheinbar Fehlentscheidungen entlarvenden Wiederholungen sind sämtlich von Berlusconis TV-Stationen nachbearbeitet worden.

Al Aaf, 18.6.2   al_aaf@football-crazy.de