Kamerun - Deutschland

3. Spieltag Vorrunde

Häßliche Deutsche

            ... gabs auch zu sehen, vornehmlich auf den Tribünen des Stadions von Shizuoka, und einen zu hören, sofern man im zdf schaute. Nach dem 2:0 traute sich JBK dann auch endlich wieder, laut „wir“ und „uns“ zu sagen und den fdp-Wähler raus hängen zu lassen, jene Partei, die neuerdings zwischen 33 und 45% bei der Bundestagswahl erreichen möchte. Endlich wieder besser als der Franzose. Die deutschen Kraftmeier scheinen in diesem Spiel gegen Kamerun an alte Zeiten angeknüpft zu haben. Technisch und spielerisch weitest gehend turmhoch unterlegen, folglich glückliches 0:0 zur Pause, wurden diese Nebensächlichkeiten dann einfach und knallhart weg gepanzert. Von den 11 bzw. schon bald 10 Kampfmaschinen konnte einer auch noch ein bißchen kicken, und einer gut halten: Oli Kahn war, frei nach Jens Riewa, wie immer eine Granate im Tor und Klose hebelte beim Tor von Bode die Abwehr alleine aus, bevor er mit seinem 5. Kopfballtor bei dieser WM den Sack zu machte. Weiterhin erwies sich Rudi als echter Glückspilz oder auch gewiefter Trainerfuchs, der auch unpopuläre Maßnahmen durchsetzt. Als nach der Pause schon wieder alles murrte, weil zwar Jancker raus, aber nicht Neuville rein kam, schoß ausgerechnet der stattdessen eingewechselte Bode das entscheidende Tor. Jancker hätte entweder den Ball nicht erlaufen, den Torwart angeschossen und ihn und sich dabei verletzt, oder bestenfalls den Ball knapp daneben gesetzt.                                                                                              
Les dormitables lions
                                                                                                              
        
Die Kameruner können jetzt in ihre Kammer ruhen gehen und sich den Rest der WM gemütlich ansehen oder dem Senegal die Daumen drücken. Und der gelbrote Löwe Winnie kann sich vermutlich einen neuen Job suchen. Selbst schuld, lässt sich nur konstatieren, denn Eto’o erschreckte sich vor Kahn und Song zielte zu genau, so vergab man die beruhigende 2:0 Pausenführung.

Sieg!

             Nun aber zum heimlichen Sieger des Spiels: Herr Nieto gab alles in seiner Macht stehende, um diese beiden potentiellen Achtelfinalgegner der Mannschaft seines Landes, Spanien, für eben dieses Spiel durch möglichst viele Sperren deutlich zu schwächen. Ob Ramelows und Zieges Fehlen wirklich eine Schwächung bedeutet, bleibt aber schwer offen. Nieto entlarvte jedenfalls eindrucksvoll die medial zirkulierende Schiedsrichterlüge, dass nämlich Schiris aus sog. exotischen Fußballländern wie z. B. Benin oder Kuwait zu schlecht für eine WM seien. Denn die katastrophalsten Schiris der bisherigen WM kamen neben dem Südkoreaner bei Brasilien-Türkei aus den fußballerischen Drittweltländern England (bei Ita-Kro) und eben heute Spanien.                                                                                                                                                                                    Al Aaf, 11.6.2        al_aaf@football-crazy.de