1:0 FÜR DIE BESSEREN
Dass jetzt alle so überrascht tun, dass Medienfritzen respektive Fernsehidioten nicht mehr können vor Begeisterung über diese vorgebliche Sensation, ist nicht hinzunehmen. Deutschland war schon gut. Hat "der deutsche Fußball" nicht schon durch Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München (hey! ich lobe euch! Scheck her!) in der Vereins-Saison überzeugt? Na, also. Und so heißen die Leistungsträger eben auch Kahn, Linke, Neuville, Schneider, Ballack, mit Vorbehalt Ramelow, Jeremies. Naja, und natürlich Frings, und, äh, ja, doch, Metzelder, und natürlich, wie konnte ich das vergessen, Klose.
Für den Torschützen Ballack war es das allerdings mit der WM. Kein Finale, da zweite Gelbe. In der G.-Netzer-Gedächtnis-Kabine badeten die Spieler nicht im Schampus, sondern in seinen Tränen. Dabei sollte man festhalten: Balla hatte sein Finale schon. Jetzt gegen Südkorea. Und hat es nicht wie gewisse andere vorher verloren, sondern gewonnen! Dank seinem Tor! Tritt zurück, Balla, besser wird's nicht! Die anderen hingegen müssen noch mal ran, gegen die Brasilos. Ja, die mit den Superstars. Die mit den Türken tanzten und bürgerkriegsähnliche Zustände in deutschen Metropolen am heiligen Sonntag verhinderten. Hier mein Finaltipp: 3:1 für Brasilien. Warum? Weil 3 Leverkusener in s/w spielen, nur einer in blau-gelb. So oder so gilt Calli aber der ultimative Glückwunsch: EINEN Bayer-Schützling wird's auf jeden erwischen! Da ist er, der Pott!!!
Zum Schluss noch etwas zu den beliebten Verschwörungstheorien. Die WM wurde tatsächlich verpfiffen, aber nicht aus Gründen, die in schwarzen Koffern auf Flughäfen ausgetauscht werden, sondern weil die Schiris viel zu defensiv entschieden haben. Leider galt nämlich: Gleiche Höhe ist Abseits und in dubio pro Verteidiger. So was unterläuft natürlich all das vergangene Gefasel vom modernen, offensiven Fußball und lässt halt nur ein, vielleicht zwei Törchen pro Spiel zu. Auch die Vorteilregel wurde völlig ad acta gelegt. Schiri-Angst aß Angriffsfußball auf, ein Armutszeugnis für die aus den letzten Löchern pfeifende Branche. Und Südkorea konnte Heimvorteil genießen, man muss nur nach Lautern schauen, um zu wissen, wie so was funktioniert. Die einzige Verschwörungstheorie, die mir wirklich Sorge macht, ist folgende: Das Finale Deutschland-Brasilien war lange angestrebt. Nicht nur, weil es dieses Spiel noch nie bei einer WM gegeben hat. Nein, aus Dankbarkeit der FIFA für die Deutschen (die den Blatter schon immer unterstützt haben) und wegen dem Geldregen vor dem letzten Kirchgang. Und Brasilien wird am Ende Weltmeister, weil die Wall Street das so will. Ja, richtig gelesen. Die versprechen sich nämlich Wachstum, Konjunktur und so im großen Dritte-Welt-Land. Man lese den Wirtschaftsteil der Süddeutschen. Ob da nicht wieder die CIA hinter steckt? Yoko Hamann, 26.6.02 gainsbourez@football-crazy.de |
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