11. Spieltag 2.-3.11.02

Journalistisch zur Exekution freigegeben. Oder:
Werner H. hat doch recht!
Niemals hätten wir es uns auch nur träumen lassen, aber jetzt ist es so weit. Tollhaus Bundesliga. Wir müssen uns tatsächlich ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob Werner Hansch recht haben kann. 

Noch am Samstag hat er uns, als er wieder mal den Jürgen von Manger des Fußballs spielen und das Matsch der Borussia kommentieren durfte - mit einer unlösbaren Problematik konfrontiert: ist der Satz "Das Spiel war so, wie man es gemacht hat" vollkommener Schwachsinn oder hochgreifender Tiefsinn. Wir erinnerten uns daran, daß Angela Merkel nach der Kanzlerantrittsrede immer wieder die Frage aufwarf: "Was ist es??" Die entsprechende Frage bei Werner Hansch müßte jetzt lauten: "Wer ist man?" und "Was hat man dem Spiel angestellt?"

Noch tief gerädert vom nächtlichen Grübeln, beehrt uns Werner Hansch am Sonntagabend schon wieder, aber diesmal haben wir ihn erwischt. Er kann nicht recht haben, wenn er über Bremens Torhüter sagt: "Borell - einmetereinundneunzig ist er alt"!! 

Dann aber - im Fortgang seines Kommentars - bekommen wir wieder Zweifel: könnte Werner "neunundfünfzigjahre groß" Hansch vielleicht doch einmal recht haben? Nur einmal? Über Ottmar Hitzfeld sagt er: "Der Mann ist journalistisch zur Exekution freigegeben." Tatsächlich scheinen die Exekutionsvorbereitungen nach dem blamablen Auftritt der Bayern in La Coruna weit fortgeschritten. Paule "Ichweißalles" Breitner baut schon in aller Öffentlichkeit den Bayern die Brücke: die galanteste Lösung wäre eine Trennung zur Winterpause. Ottmar Hitzfeld von einer afghanischen Grippe befallen und arbeitsunfähig. 

Eine gefährliche Taktik, lieber Paul, denn bis dahin sind noch 7 Spieltage zu überstehen, in denen die Bayern nicht nur die deutsche, sondern sogar die Münchner Stadtmeisterschaft verspielt haben könnten. Wie sagte doch Werner Hansch über den besten Bayern-Kader aller Zeiten (und jetzt hat er doch zu unserer großen Überraschung vollständig recht): "ziellos, ratlos, trostlos." Eine derart ideenlos vor sich hinkickende Truppe (in der plötzlich eine Mehmet Scholl zum auffälligsten Spieler wird), hat man lange nicht mehr gesehen. Und das alte System von Ackern und Rackern, daß man in München jetzt Hingabe und Laufbereitschaft nennt, es will bei den Bayern einfach nicht funktionieren. Also haben sie auch in Bremen verloren - with a little help from godly Kahn.

Leider fällt auch der auch der ansonsten zu jedem Seitensprung bereitstehende Franzl als neuer Hoffnungsträger auf der Bayern-Trainerbank aus. Der fragt derzeit im Fernsehen dauernd "Wo bin ich?" - und wenigstens das sollte auch ein Bayern-Trainer heute wissen.  

Gerd Delle

mailto: headquarter@football-crazy.de

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Ergebnisse
Energie Cottbus - Schalke  0:1

1. FC Nürnberg - Borussia Mönchengladbach  2:1

1860 München - Arminia Bielefeld  3:1

Werder Bremen - Bayern München  2:0

Hannover 96 - Wolfsburg  3:1

Hansa Rostock - 1. FC Kaiserslautern  2:2

VfL Bochum - Hertha BSC  3:0

Leverkusen - Stuttgart  0:1

Borussia Dortmund - Hamburger SV  1:1

Leverkusen - Stuttgart 0:1
Forschungsprogramm
Die Pharma- Forschungsabteilung von Bayer arbeitet derzeit fieberhaft an einem Mittel, das da absehbaren Platzen von Reiner Calmund doch noch verhindern könnte. Die Aussichten sollen nicht sonderlich groß sein, denn Bayer 04 "gruselt sich in den Keller", wie der Kölner Express so schön titelte. Nächstes Wochenende eine Niederlage auf Schalke, Gladbach und Hannover gewinnen - dann ist Bayer da, wo man die Saison begonnen hat. Auf einem Abstiegsplatz. Für Lucio und Schneider, deren Millionen- Deals in Spanien Anfang der Saison geplatzt sind, bleibt dann nur noch eine Chance: sich bis zum Saisonende verletzt abmelden. Vielleicht auch nur bis zum Abgang von Klaus Toppmöller.