12. Spieltag 9.-10.11.02

Bayern München - Borussia Dortmund  2:1
Beamtenbeleidigung
Haben wir nicht schon genug Bullen beim Fußball? Sie begleiten Fans vom Bus zum Stadion, sie beobachten Fanclubs rund um die Uhr, sie schlagen auch schon mal zu, sie stehen kostenlos im Stadion herum. Daß jetzt auch noch ein Bulle auf dem Spielfeld steht, ist aber nun wirklich des Guten zu viel. Und das auch noch als Schiedsrichter! So geschehen in Gestalt von Herrn Michael Weiner beim Heimspiel der Bayern gegen Borussia Dortmund.

Natürlich konnte das nicht gut gehen. Auf jeden Fall hätte man die Spieler vorab informieren sollen. Vielleicht hätte sich dann Jens Lehmann verhalten wie ein normaler Autofahrer. Da er aber von nichts wußte, tat er, was alle Fußballspieler bei jedem Spiel tun: er meckerte. Und erhielt dafür die gelbe Karte. Weil Polizisten einfach keinen Widerspruch dulden. Schließlich repräsentieren sie die Staatsmacht in der Öffentlichkeit.

Dummerweise reagierte die Dortmunder Bank nicht - vermutlich weil sie auch nicht über den Beruf des Schiris informiert war. Lehmann tat also, was alles Fußballspieler immer tun: er meckerte weiter. Und bekam zu seiner großen Überraschung die rote Karte. Weil Polizisten keinen Widerspruch dulden.

Nach dem Spiel war Jens Lehmann immer noch nicht informiert. Er sagte also vor laufender Kamera: "Das ist einer der blindesten Schiedsrichter, die wir je hatten." Jetzt hat er also den Salat. Das ist Beamtenbeleidigung! Wie jeder Autofahrer weiß, kostet es mindestens 60 Tagessätze, einen Bullen "Blinder" zu nennen. Im Wiederholungsfalle droht Haft!

BVB-Manager Michael Meier behauptet, Schiri Weiner habe Jens Lehmann provoziert. Um ihn dann vom Platz zu stellen. Ein agent provocateur also mit Trillerpfeife! Genau - jetzt wissen wir auch, warum Giovanne Elber keine rote Karte bekam, als er Jens Lehmann vor den Kopf trat. Skandal! Mit derart dreckigen Methoden retten sich die Bayern also aus der Krise! Pfui deibi.

Wenn das Franz "wo bin ich?" Beckenbauer wüßte! Aber der hat mal wieder gar nix mitbekommen und nachher verkündet: "Das war ja kein Fußball, was die da gespielt haben."

(Gerd Delle)

Nachtrag: Der DFB sollte nur noch Schiedsrichter einstellen, die dem Beruf des Schuhputzers oder des Strichjungen nachgehen. Den ersteren könnte dann jeder zurecht Wichser nennen, den anderen Arschloch.

 

mailto: headquarter@football-crazy.de

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Ergebnisse
Hertha  - Rostock  3:1

Wolfsburg - Bremen  3:1

Bayern - Dortmund  2:1

HSV - 1860 München  1:0

Bielefeld - Nürnberg  0:1

Borussia Mönchengladbach - Energie Cottbus  3:0

Schalke - Leverkusen  0:1

Stuttgart - Bochum  3:2

1. FC Kaiserslautern - Hannover 96  0:1

Doppelrot
Ein Fall, der das DFB-Gericht zu einer schweren Grundsatzentscheidung zwingen muß, ereignete sich in Schalke. Frank Rost flog in der letzten Minute vom Platz, weil er Thomas Brdaric im Strafraum gefällt hatte. Danach rannte er tobend und schreiend durch das Stadion und beleidigte dabei den Schiedsrichter, den Linienrichter und wer sonst gerade im Weg stand. Da er schon die Rote Karte erhalten hatte, versäumte es der Schiedsrichter, ihm ein weiteres Mal rot zu zeigen. Frage: hat der Schiri korrekt gehandelt? Oder gibt es im Fußball doppeltes Rot, so wie in Amerika doppelt lebenslänglich oder doppelt Tod durch Strang?