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| Götzendämmerung |
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Oli
Kahn hält seine Bude sauber. Das ist die Hauptsache. Dass seine
schwangere Ehefrau zu Hause sitzt und heult, während ein blondes
Dummchen mit Gartenschlauch im Privatfernsehen posiert und als
Olis Neue, oder Olis Neben, oder Olis Eigentor gehandelt wird: Egal. Ein
Skandal macht noch keinen Gegentreffer.
Denn
die Zeiten des FC Hollywood sind vorbei. Nicht eine kleine
Schlammschlacht, die von den Fiktionären der Käseblätter
angezettelt wird, kann das Geschehen auf dem grünen Viereck mehr
betrüben. Ballaballack macht den Motzki und kriegt Strafe
(Tafelputzen und Kakaogeld zahlen)?: Gut, anschließend macht er
zwei Tore und entscheidet das Spiel. Deisler ist eigentlich ein Krüppel
und sollte in eine Wehrdienstverweigerer-Auswahl gestellt werden?
Nee, nee, Deisler ist fit wie Joghurt und überzeugt mit Vorlagen.
Sämtliche Machtmonster der Führungsetage, die gesamte Patentafel
hängt ihre Libido in zwielichtigen Discotheken aus und lässt
sich mit Ersatzbankludern erwischen? Macht gar nichts. Der FC
Bayern hat 10 Punkte Vorsprung vor Borussia Dortmund – die sich
vergeblich bemühen, ein wenig Südamerika-Klischee anzustrengen (L’Amoroso:
faul, unpünktlich, divenhaft). Ein gigantisches Schiebergeschäft
italienischen Ausmaßes mit einem bankrotten Mediengeschäft
fliegt auf? Hey, Peanuts! Die Liga sind wir!
Sollte
der Ostblock zerfallen, weissagte einst Marcuse, kann man sich
schon mal auf 400 weitere Jahre Kapitalismus freuen. Im Fall vom
FC Bayern heißt das: Die nächsten 18 Meisterschaften finden in
den nächsten zwei Dekaden statt. Ab und an darf mal Dortmund,
vielleicht auch mal Schalke oder Stuttgart, so als kleines Zugeständnis,
ein bisschen Show muss sein.
Kurzum:
Schlamm hilft nicht. Vielleicht sollte man es mal mit Lob
probieren. Vielleicht macht das die Kicker vom Münchener
Eliteklub ja eher unsicher – und die Meisterschaft wieder
spannend.
Gainsbourez
3.3.3
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mailto: headquarter@football-crazy.de
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| Ergebnisse |
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Cottbus - Bayern 0:2 Nürnberg
- Wölfe 1:1
1860 - Lautern 0:0
Hamburg - Hertha 1:0
Bochum - Hannover 1:2
M'gladbach - Schalke 2:2
Leverkusen - Werder 3:0
Dortmund - Hansa 2:0
Bielefeld - VfB 0:1

Zettels Traum
Eine
weitere traurige Nachricht erreicht uns aus Mönchengladbach. Ein 2:2
gegen Schalke als Endspiel für den letzten der großen Ostrenitenzler,
Herr Meyern, der besagte Hobbyjournalisten noch als lästige Fliegen und
rhetorisch wie intellektuell unterlegenes Geschmeiß dastehen lassen
konnte. Vielleicht dachte er sich auch: Bevor hier Betriebsmannschaftsgeklüngel
überhand nimmt oder im nächsten Jahr die Walter-Jens-Schüler vom DSF
warten, lege ich mich lieber in die Filzpantoffeln und mache auf
Heimatfilm. Zack, wird die Familie ins Bild geschoben: Wollte ich mich ja
schon immer drum kümmern, heißt es dann. Zurück zu den Wurzeln darf
jetzt Lienens Ewald und seinen Traum vom Trainerstuhl beim Lieblingsverein
träumen. Wenn er sich da nicht mal verzettelt (Kölner Empirie: Erst
absteigen, dann bravorös wieder aufsteigen, eine Saison halten und kurz
vor dem Wiederabstieg das Zeitliche segnen. Ende des Traums).
Was
gabs sonst noch in der Liga? Thomas Hörster Trainergott? Ach, sagen wir:
lieber nichts.
Gainsbourez
3.3.3
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