|
Unterm
Bayerkreuz hat ein Homöopath durch Handauflegen und gut zureden
scheinbar ein wahres Wunder bewirkt. Dr. Kohler. Leute, scheißt
aufs Aspirin, fresst Gras! (Für Calli: Dann klappts auch mit dem
Abnehmen!) Seine, Dr. Kohlers, grösste Leistung bestand
vermutlich in der Heilung des Trainers, denn plötzlich spielte
Neuville dort, wo er hingehört, ganz vorne, und bewachte nicht
irgendwelche Maulwurfshügel auf Halbrechts, wie übrigens auch
schon unter dem alten Trainer. Jetzt ist die Gelegenheit, mal eine
Lanze für Neuville zu brechen: Der beste deutsche Stürmer seit
langem, vermutlich seit Gerd Müller, den man aufgrund seiner
Trefferquote einfach nicht übergehen kann. Das Problem des
Neuville ist nur, dass man in Deutschland Stürmer seines Typs
nicht kennt, hier gibt es nur zweieinhalb Arten: Die, denen der
Ball einfach immer genau richtig auf den Kopf (Hrubesch, Uwe
Seeler 1970!, Bierhoff, aktuell Klose) oder auf den Fuss fällt
(G. Müller, Kuntz, Bierhoff), und die Sprinter – Leichtathleten
(Rummenigge, Völler, Klinsmann). Oder haben sie einen der eben
Erwähnten schon mal einen 30-Meter Freistoss an den Pfosten
schiessen sehen, wie es Neuville im WM-Finale tat? (Was im Übrigen
der Ausgleich und vermutlich/vielleicht die Wende gewesen wäre).
Hier sehen die Trainer nur diesen kleinen Kerl, um nicht Zwerg zu
sagen, und denken an Berti Vogts, ergo: Das muss ein Außenverteidiger
sein. Zumal Neuville wie Berti Vogts ein putziges Deutsch spricht.
In Leverkusen haben sie sogar für Neuvilles Position und einen
Haufen Geld einen echten Brasilianer geholt, genau, Franca. Im
Falle Neuvilles kann man eigentlich nur hoffen, dass Leverkusen,
was eigentlich schade wäre, erstklassig bleibt, sonst geht er
noch zu Bayern oder Dortmund und verkommt dort unter den absoluten
Dogmatikern wie Hitzfeld oder Sammer völlig.
Der künftige belgische Parlamentarier
Dr. Wilmots hatte mit seiner Spasstherapie bei Schalke nicht ganz
so viel Erfolg, der Stürmer Agali schien das Ganze schon nicht
mehr recht Ernst zu nehmen oder wollte den Nürnberger Torwart an
seinem neu gewonnenen Spass teilhaben lassen, als er ihm durch
Anschiessen dauernd zu Glanzparaden verhalf.
Ebenso scheint die Wirkung Dr. Röbers
verpufft, nach grandiosen 7 Punkten gegen Cottbus, in Leverkusen
(ohne Dr. Kohler) und gegen Bochum, jetzt ein ganz gewöhnliches
Spiel unter grauen Mäusen in Rostock, was irgendwie 0:1 verloren
ging. Selbst die Diät für Effe schlug nicht an.
Al
Aaf, 6. 4. 3
|