5. Spieltag 14.-15.9.02

Lahmer, Du kannst sehen, Blinder, Du kannst gehen
Blinder, du kannst gehen

Im Ruhrgebiet lieferten auf einem Dortmunder Acker die lieben Nachbarn, das bei diesem Treff übliche Geholze.
Alle mittel und unmittelbar Mitwirkenden taten vor- und hinterher so, als müsse dem so sein und erstaunlicherweise beteiligen sich selbst Spieler vom anderen Ende der Welt, wie pflichtschuldig, an dem würdelosen Bolz.
Die Schalker dürfen den Punkt als Gewinn betrachten, mehr jedoch überraschte, dass die blauweißen Fans ihre schwarzgelben Spiegelbilder akustisch in die Schranken verweisen konnten.
Das Liedgut der jungen Heuler lässt allerdings noch sehr zu wünschen übrig, Moonlightshadow als Melodiebasis für endlos repetierte Hymnen muss wirklich nicht sein…

Egon Zewe

SUNDAY MO(U)RNING

Ausgiebige Katerstimmung in Leverkusen, betretene Grünanlagen und Gesichter. Die ganze Tristesse des Liga-Alltags hat diesmal die Tabletten-Kicker erfasst.
Aufscheint ein Szenario, das schöner nicht sein könnte: Bayer 04 spielt am letzten Spieltag gegen den Abstieg und zwar im direkten Vergleich mit Lautern. Hinterher weint dann Elferweltmeister Brehme in den Armen von Vize Rudi ... Achso, gab es schon mal? Macht nichts.
Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

Und sie sind gut unterwegs, die Jungs. Speziell Schlusslicht Lautern, die sich nicht entblödeten, beim Dauermittelmaßclub HSV sanglos 0:2 zu verlieren am Abend. Auf der Trainerbank sitzt jetzt zwar ein Belgier, aber da haben wir schon andere gesehen am Ende.
Dem HSV, durch zwei Romeo-Tore und der Rausrotation von alten Recken etwas frischer wirkend, kamen die Lauterer mit ihren hässlichen Auswärtstrikots (nur die der Wölfe sind furchterregender) gerade recht. Andererseits: Die Bergundtalfahrt des Tirolerclubs wird so kein Ende nehmen.
Es folgen wieder paar dumme Auswärtsschlappen, gefolgt von einem halbwegs glücklichen Heimsieg gegen einen noch dümmeren Verein. Usw. usf. ad inf. Platz 12 sitzt auch diese Saison wieder drin!
Von ganz anderen Sphären träumen derweil Bochum und Rostock. Bayernjäger! Tabellenführer! Für den VfL war's das aber erst mal.
Christiansen nähert sich Klose-Niveau, dem Rest fehlt der Killerinstinkt, kommt die Zeit, wo Sicherheitsdenken wieder rulen wird und erst recht nix mehr passiert. Hansa Rostock hingegen - gut verteidigt, ordentlich gekontert, Salou der Bär (noch nicht zum Wolfsburger Zoo gewechselt) als Abstaubsauger vor der Abwehr und Riedlewitz mit entscheidenden Pointen. Kann sich sehen lassen.

Die Tabelle sieht zumindest oben gerade gerückt aus. Mit Hannover, Nürnberg und Kaiserslautern haben sich unten die Richtigen etabliert. Stuttgart lauert bereits. Wo bleibt Werder?

VELVET GAINSBOUREZ & NICO, 15.09.02

 

mailto: headquarter@football-crazy.de

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Ergebnisse
Cottbus - Bremen 0:1

Nürnberg - FC Bayern 1:2

1860 - Wolfsburg 2:2

Bielefeld - Hertha 0:1

M'gladbach - Stuttgart 1:1

K'lautern - Schalke 1:3

Leverkusen - Hannover 1:3

Dortmund - Schalke 1:1

Bochum - Rostock 0:1

Blackout

Ein sichtlich bedrückter Daniel Bierofka sagte dem DSF-Reporter, dass in der Kabine Tacheles geredet wurde.
Wie sich das wohl angehört hat?
Niederschmetternd war wohl weniger das was, als viel mehr wie es gesagt wurde. Ein einziger großer Schwall aus dem Calmund.
Am Tag darauf dann faselte der Manager die geistesschwachen "Experten" der Doppelpass-Runde in den totalen Blackout.
Wer die Nerven hat, sehe und höre selbst.

 

Du Mensch

Mensch Männer!

Schopenhauer war seinem Hund weit mehr zugetan, als seinen Mitmenschen. Zürnte er seinem besten Freund, schimpfte er ihn "Mensch".
"Mensch" heißt der derzeitige Nummer-Eins-Hit von Herbert Grönemeyer, der zuvor bereits "Männer" besungen hatte und uns offenbarte: "Männer wissen alles, ganz ganz genau"
Ganz bestimmt wissen die 60-er, nach durchstandener Männerdebatte, warum sie nach einer 2:0 Führung die Schwänze einzogen und sich von den Wölfchen noch zwei reintun ließen.
Liegt wohl daran, dass Männer auch nur Menschen sind.

Dona Mara