
|
| ABSTAND
VOM FUSSBALL |
 |
|
Für die Normaldepressiven dieser
Gesellschaft sieht es ja so aus: Der samstägliche Bundesligafußball
stellt den einzigen Lichtfleck in einer ansonsten von Arbeitsleben
und Alltagsqualen dunklen Woche dar. Und sollten die Leiden an
Kapitalismus und Einsamkeit zu hoch sein, kann man Sonntags auf
dem Bolzplatz selbst aktiv werden: Und sich den Frust
wegschießen! Sich körperlich verausgaben, um sich anschließend
psychisch wieder rein zu fühlen! Sich Erfolgserlebnisse schaffen
- ein Tor aus 18m schießen und sich dann feiern lassen von den
anderen Gearschten! Von Frauen bewundert werden, von Männern
akzeptiert - auch die Damen-Nationalelf weiß, wie gut das tut
(und jetzt her mit der "Goldenen Gurke"). Auch die sonn-
oder montägliche Lektüre der Sportseite ist immer ein
Vergnügen in einer ansonsten so grauenvollen Welt.
Dass die Protagonisten unseres
Lieblingssports ganz anders ticken, haben wir ja schon mal geahnt:
"Dumm sein und Arbeit haben, das ist das Glück" (Benn)
schien gerade auf die Fußballprofis immer gut zuzutreffen. Auch
sonst schienen sie anders zu sein - Lieblingsklubs gibt es für
sie nicht (außer dem FC Bayern), an Frauenmangel leidet auch
niemand, und schwul ist sowieso keiner. Neu ist, dass geniale
Stars zur Sensibelei neigen. Depressiv sind. Wie wir halt. Aber
Basti, möchte man rufen, du spielst doch Fußball! Du machst das
fast einzige im Leben, was Spaß macht, und das auch noch
beruflich! Man wirft dir die Kohle geradezu hinterher! Gegen deine
Profilneurosen jubeln Samstag für Samstag Zigtausende an! Kann
nicht sein!
Ist aber so. Versteh einer die Welt. Der
sinnsuchende Deisler braucht jetzt "Abstand vom
Fußball". Vielleicht hilft ja mal ein gutes Buch.
Dem
Fußballgott zum Gruß,
Gainsbarez 23.11.3

|
|
|
 |
|
|
mailto: headquarter@football-crazy.de
home
|
|
 |
 |
| Ergebnisse |
 |
 |
VfB - 96 3:1
Sportclub - Eintracht 1:0
Wölfe - Gladbach 1:3
FC - HSV 0:1
Werder - Bochum 3:1
BVB - Bayer 04 2:2
1860 - Bayern 0:1
Lautern - Hertha 4:2
Schalke - Hansa 0:1

Nachtragend: Geschlagener
Funkel
Ewald wartet sich die Beine in den
Bauch
Ich bin ja grundsätzlich für Trainerrauswürfe. Zwar haben die meisten
bis jetzt noch nichts gebracht, aber Hoffnung kann zumindest in Hamburg
(erster Auswärtserfolg seit einem Jahr) und in Gladbach aufkommen. Wobei
besonders Holger Fach viel fürs selbige geleistet hat: Mit Jürgen Röber
steht ganz unverhofft ein neuer Kandidat auf der Abschussliste.
Gewürdigt werden muss hier ja noch die
Kölner Nummer - ausgerechnet der abstiegserprobte Funkel, der Mann, der
die Mannschaft des FC am Besten repräsentieren konnte, der Mann, dessen
Niveau exakt dem seines Kaders entsprach - musste gehen, bis jetzt als
letzter seiner Zunft. Statt ihm am Platze: Herr Koller aus der Schweiz.
Beim FC denkt man wahrscheinlich, dass das Blankputzen der Oberfläche
schon reichen wird: Ein edles Stadion, ein gestriegelter Ziegenbock, elf
schönbeinige Cheerleaderinnen, ein welterfahrener Manager - Platz 10
diese Saison sitzt drin! Das wichtigste wird aber geflissentlich
übersehen: Dass die Truppe noch im letzten Jahr steckt. Ein
1a-Zweitligateam, das auch heuer wieder aufsteigen würde. Dummerweise
spielt man unterdessen in Liga 1. Aber nicht mehr lange.
Gainsbarez

|