31. Spieltag 1. - 2.5.04


Töppie Frontalansicht
Noch Fragen?
Liebe Fußballer, es schmerzt, von Spieltag zu Spieltag mit anhören und ansehen zu müssen, wie Ihr Euch vorführen lasst.
Wofür ist der Kopf den da? Na klar gute Kopfballtore sind das eine, die bringt ihr aber leider auch viel zu wenig, daher nutzt die Rübe doch einfach mal zum (nach-)denken, oder zumindest cool reagieren (auf dem Platz könnt ihr es schließlich auch).
Das was Ihr könnt, mögen zwar andere fußballerisch auch drauf habe, aber die stehen nicht da wo ihr steht, und müssen sich auch nicht beständig debiler Fragen erwähren.
Ihr schon, aber ihr tut es nicht. Hier also eine kleine Anleitung.

Denn Sie wissen nicht was Sie tun
Schaut die Reporterriege an, die Euch interviewt und beurteilt und nennt mir einen (Franz Beckenbauer und Waldemar Hartmann ausgenommen), die Ahnung von Fußball haben und Euch auch nur annährend intelligent und angemessen beurteilen, geschweige denn zum Spiel befragen?
 
Na also, Tatsache ist: Reporter haben keine Ahnung, wollen keine haben und brauchen Sie natürlich auch nicht.
Worum glaubt ihr geht es denen? Schaut Sie an, wie schauen die für Euch aus? Irgendwie komisch, oder? Diese Gattung Mensch hat meist ziemlich Komplexe, ihr Problem ist nur, dass Sie selber davon nix mitbekommen: Schamfrei, kling vielleicht gut, ist es aber nicht. (Es gilt die Hierarchie: Fernsehen, Print, Radio - Kaiser, König, Bettelmann).

Fragen, Fragen, Fragen
"Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm" - dumm nur, dass die Dummen immer die zu Fragenden sind. Der Frager signalisiert von vorne herein, kein Interesse an der Antwort. wer so fragt, wie Fußballreporter es meist tun, glaubt sich schlicht im Besitz aller Gewissheit.
Eine Gewissheit, die dazu berufe, ultimativ darüber zu entscheiden, was wahr und richtig und unwahr und falsch sei.
Dank ihrer Schamfreiheit bringen diese Menschen die Fragen auch noch so diktatorisch rüber, dass das Zweifeln versagt. Um diesen Dumm-Frag- Dumm-Antwort-Mechanismus zu durchbrechen ein paar einfache Tipps:

Erstens: Nachfragen und Zurückfragen
Wie man das am besten macht, zeigt Woche für Woche Hans Meyer. Also einfach mal hinhören und wenn es nicht gleich auf Anhieb gelingt, tut ein einfaches: "HÄH" schon mal guten Dienst, da das Reporterlein, gezwungen ist die Frage zu wiederholen.

Zweitens: Schweigen und Schauen
Der Beste aller Zeiten: "Der Prinz von Homburg" im "Aktuellen Sportstudio"

Drittens: Beleidigen und unter die Gürtellinie zielen
Sehr zu empfehlen eine Text von Robert Gernhard: "Lerne schimpfen mit Herbert Wehner"

Viertens: Einen Bären aufbinden
Einfach mal das Blaue vom Himmel erzählen, der Frager kommt Euch gewiss nicht drauf.
Erst, wenn er später mit der Nase drauf gestoßen wird, könnt Ihr sicher sein, dass Ihr in seinem Spielerbeurteilungszettelkasten mit den sechs Kärtchen, immer nur die vier bekommt.
Fragt ihn dann beim Interview, ob er schon mal was von Gaußscher-Normalverteilung gehört hat.
Man wird ja wohl noch mal fragen dürfen, oder?

Dona Mara, 2.5.2004

Maxi müde

Martin Max, ein Tadelloser - denkt man jetzt gleich - ist das. Ein Jahre, ja Jahrzehnte Ungewürdigter, weil: keine Benni Fresse, kein Janker Knochenkopf, kein Ruuuuudi und kein Bobic Großmaul nicht. Nicht attraktiv für Werbung und für Bild. Also gemein und ungehörig backbord liegen gelassen und jetzt, da es überfällig ist und die Not akut, es trifft ja kein (deutsches) Schwein mehr, da soll er auf einmal helfen. Gut wie schade, dass er das nicht will.

max am ball

Dennoch, der Fall ist komplizierter als man erstmal denkt: Max trifft Jahrelang so gut wie gar nicht. Bei den Mönchen, da fing er an, hat er eigentlich nie getroffen. Später bei Schalke auch nur hin und wieder. Die 60er, die lieber auf das Bennilein setzten, weil der beim Tore machen verkäuflicher aussieht - jetzt reuen sie´s - da hat er schon seine Pöttchen gemacht… aber eben auch nur alle zwei Jahre - 19 - 8 - 18 -6 nu´ ja. Insofern ist seine plötzliche Abgespanntheit gar nicht so fadenscheinig, kommt ja wieder ein mageres Jahr und falls er denn irgendwo ein paar Jährchen für gutes Geld Effe tunneln und Basler foppen kann, sei es ihm herzlich gegönnt.
EZE, 2.5.2004

 

mailto: headquarter@football-crazy.de

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Ergebnisse
Wolfsburg - Frankfurt 1:0

Freiburg - Hannover 4:1

K'lautern - M'gladbach 2:2

Bremen - Hamburg 6:0

Dortmund - Rostock 4:1

1860 - Leverkusen 1:1

Köln - B. München 1:2

Schalke - Hertha BSC 3:0

Stuttgart - Bochum 1:1


Fußballexperte

 
Der Lockersprecher

Die Not nachbilden
Ende Februar bestritten die grünen Europarlamentarier ein Fußballturnier. Die Elf unter der Führung des Europa-Abgeordneten "Dany" Cohn-Bendit geriet dabei gegen eine Journalistenauswahl unter die Räder: Das Spiel endete mit 1:5.

Ein Bandit lochend
Danach ließen sich die Grünen von den Verdes aus Italia - die das Turnier letztlich für sich entschieden - noch die Bude mit drei Toren voll hauen. Nicht einmal einen Elfer vermochte Cohn-Bendit rein zumachen. Kaum hatte er wieder Luft geholt pumpte der Dummsprech, wie üblich aus ihm raus.

In Chaoten bildend
Keine Empathie, kein Vergleichen - nein einfach in der üblichen puerilen Naivität, die anderen beschuldigen. "Die Union ist Schuld an dem Debakel der Nationalmannschaft."
Zwanzig Jahre Einwanderung im Fußball fehlen. Deutschland habe nicht wie Frankreich "die Energie der Einwanderung in sportlichen Erfolg gemünzt." Zinedine Zidane, sei der beste Beleg. - Komisch, habe ich das nicht gerade anderswo gelesen - in den Gedanken von denkenden Knien?
Nur soviel: "Hätte Zinedine Zidane die Chance gehabt Beamter, Angestellter oder Parlamentarier zu werden, würde er nicht Profi-Fußball spielen."
 
Eins seiner vielen Erfolggeheimnis diktierte Cohn Bendit einem FAZ-Schreiberling in den Griffel: "Meinen Körper so weit meinem Geist unterwerfen, dass mein Geist immer körperlich fit bleibt." Welche sportliche Leistung er am meisten bewundert? "Die fußballerische Technik der brasilianischen Straßenkinder, die man an den Stränden Rios bewundern kann".
"Besoffen vor Freude" auf die Franzosen bei der EM hoffend, wünschen wir Dany schöne Tage in Rio.

Salut y Prosit
 
von der anagramatisch einmaligen Dona Mara, 2.5.2004

P.S. Schade, dass Brasilien bei der EM nicht dabei ist, die würden wieder "Samba" auf den Rasen zaubern.
Da lässt sich für 2008 oder zumindest 2012 doch was machen, schließlich bist Du doch Europaparlamentarier, oder?