6. Spieltag 20./21.9.03

Das Apotheker-Magazin präsentiert die Fußball-Bundesliga
AUGE UM AUGE

Seit O. Kahn keinen Sex mehr hat, hat er ein Augenproblem. Na, irgendwas muss man halt haben, um in die Zeitung zu kommen. Ist halt nicht viel los. Gut, da ist dieser Reuma-Kai, ansonsten steht den Bayern nach der letzten Double-Saison eher eine durchwachsene Spielzeit ins Haus. Wackeldackel in der Abwehr, das Lazarett so groß wie eine Wurstfabrik und das größte Stadion haben sie auch nicht mehr. Und vielleicht lassen sich die 6 Tore gegen Niedersachsen-Clubs (Hannover!! Wolfsburg!!!) auch besser mit einer mysteriösen Bindehautentzündung erklären...

Vor dem Spiel gegen Lieblingsgegner Windelweich Leverkusen trötete Herr Kahn also in jedes Mikro: Scheiß Ärzte, mieses Contargan, Cortison, was auch immer, aber diese Antibiotika jetzt haben voll angeschlagen, alles kein Problem mehr! Ich sehe jeden Ball! Der Plan wäre auch fast aufgegangen. Nur hatte der neue "Auge" nicht mit dem WAHREN Auge gerechnet. Der ruht nämlich jetzt auf der Leverkusener Bank und hat mit Angsttraditionen nichts zu tun. Und wären seine Jungs eine kleine Nummer cooler gewesen, würden die Schlagzeilen morgen lauten: AUGE KAM, SAH UND SIEGTE oder AUGE BLICKT DURCH. Immerhin gab es den ersten Punkt, und Kahn gleich drei Tore aufs Auge gedrückt. HAHA! (Und für Leverkusen heißt es mal wieder: Auf dem 2. sieht man besser.)

Aber genug aus der Wortspielhölle. Hinein ins echte Verderben. Aus Stuttgart wird folgendes gemeldet: SITZSTREIK GEGEN STANDFUSSBALL - BVB-HERZEN STEHEN STILL. Sammers Mimosen, gehetzt von Medien, Verantwortlichen, und seit neulich sogar von Steuerfahndern und Rechnungsprüfern aus Arbeits- und Sozialamt, lullen sich zu einem 0:1 bei Felix' Minimalistentruppe (nächste Saison Seria A, statt den Bayern) und können nicht pünktlich zu Mami, weil der Aufstand bzw. eben nicht der Aufstand, sondern das Sitzenbleiben der Fans die Abfahrt des Busses verhindert. Und so wird's weiter gehen:
Nach dem kläglichen 1:1 gegen Freiburg und dem peinlichen Aus in der 1. Runde des UEFA-Cups schmeißt Sammer hin (ihn rauszuwerfen, traut sich ja irgendwie keiner) und nach einer Tortenschlacht bei der Hauptversammlung der Aktionäre nach der skandalösen Amoroso-Entlassung ("Disziplinarmaßnahme", so Interims-Coach und Manager M. Zorc, genannt Zorro) - die BVB-Aktie ist inzwischen für 1,50 Euro zu haben - wird in einem letzten Verzweiflungsakt entweder Werner Lorant oder Christoph Daum verpflichtet. Im ersten Fall schafft die zerrüttete Borussen-Mannschaft es weiterhin nicht, Konstanz zu zeigen. Als besonders peinlich bleibt die 1:7-Niederlage bei den Bayern vom 8. November 2003 in Erinnerung. Nachdem der BVB im anschließenden Heimspiel gegen Leverkusen (ein unglückliches 1:2) vor einer Geisterkulisse spielen musste - "Der Aufstand der Fans" ist diesmal ein Wegbleiben, lediglich die 400 mitgereisten Leverkusen-Fans sowie 1700 Unverbesserliche verlieren sich im Stadion - erklärt der gesamte Vorstand um Zorro und Nienieniebaum seinen Rücktritt. Neupräsident Norbert Nickel ernennt 4 Spieltage vor Saisonende nach einem 0:0 gegen Hansa Rostock Udo Lattek zum neuen Trainer. Mit Hängen und Würgen schafft der BVB den Klassenerhalt mit einem 3:3 in Lautern (drei Ewerthon-Tore nach 0:3-Rückstand), Lautern steigt ab, der BVB muss sich allerdings von acht Leistungsträgern trennen, auch das Stadion wird an einen Sponsor verkauft. Nach einer weiteren skandalgeplagten Saison inklusive Fans-retten-den-Verein-Aktion nach Zurückumwandlung der insolventen AG in eine GmbH steigt der BVB im Mai 2005 in die zweite Liga ab. In der anderen Variante - Christoph Daum statt Lorant - geht ein Ruck durch die Edeltruppe, und nach einer Serie spielt die Mannschaft bei den bereits abgestiegenen Lauterern am letzten Spieltag um die deutsche Meisterschaft. Nach drei Ewerthon-Toren steht es 3:3, als in der letzten Minute ein langer Ball auf den Kopf von Miro Klose fällt...

Dem Fußballgott zum Gruß,

Gainsbarez 21.9.3

FC, FUNKEL, FACH & FRAUEN 

Nachdem nun Gladbach den Anfang mit Trainer-Entlassen gemacht hat, dürfte die Hemmschwelle in puncto Funkel bei den FC –Funktionären sinken, noch eine Niederlage und fuckin‘ Funkel goes. Schade, dass Gladbach mit Fach schon einen Neuen hat, sonst hätte man den Spieß vielleicht mal umdrehen und F. F. zum Nachfolger von Lienen machen können, ihn vielleicht dorthin hätte transferieren können. Ansonsten muss sich Funkel wieder Vorwürfe gefallen lassen: „Abwehr-As“ (Express) Klos, der von K‘lautern keinen Vertrag mehr bekommen hatte, durfte spielen, während der bei 60 München bessere Sichone sitzen musste, wohl nur, weil F. sich diesen Spieler ausgesucht hat. Und, wer nach 25 Min. 0:2 hinten liegt, kann nicht wirklich gut gespielt haben. Und auch die ersten, angeblich guten Spiele, waren gegen 1. Gladbach, seither 1 Punkt, 2. Lautern, heute 2. Sieg, 3. Schalke, einziger Sieg, 4. Dortmund, seit 10-15 Spielen auswärts sieglos, 5. 60, ja gut, 6. VW, auswärts keine Leuchte. Na ja, egal, schaue gerade Frauen-WM, Brasilien-Südkorea, mit Spielern namens Katia, Daniela, Marta, Andrela - das sind Namen, während die Skos ihrer Männermannschaft ähneln, richtiger Fußball.

In diesem Sinne,

Al Aaf, 21. 9. 3

 

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Ergebnisse
Bremen - 1860 2:1

VfB - BVB 1:0

FC - Wölfe 2:3

HSV - Hansa 2:1

Sportclub - Schalke 2:1

Bochum - Hertha 2:2

Hannover - Gladbach 2:0

Bayern - Bayer 04 3:3

Eintracht - Lautern 1:3

Zettels Alptraum wurde wahr

Erster!

Zettel-Ewald hat ausgeträumt
 
Ich bin ja grundsätzlich für Trainerrauswürfe. Egal, ob sie jetzt etwas bringen oder nicht. Aber diesmal muss ich sagen: Gladbach-Offizielle, noch bei Trost? "Äh, nee" bzw. "Wir sind meilenweit von unserem Saisonziel entfernt." - So das Statement der Rauswerfer. Fragt man sich nur, was denn in Gladbach so weltfremd als Saisonziel vorgegeben wurde. Vielleicht die erste Meisterschaft seit Punk 1977 (und zwar als Start-Ziel-Sieg)? Der Weltpokal? Ich finde, mit Platz 16 (nach den Sonntagsspielen) steht Gladbach genau da, wo es hingehört. Und das Saisonziel kann nur Platz 15 geheißen haben. Da sind wir doch mal ehrlich.

Muss also andere Gründe gehabt haben mit Zettel-Ewald. Dumm nur: Es will niemandem einer einfallen. Saß der Superstar-Trainer bereits händereibend und geschmiert im Hintergrund? Nein. Der Nachfolger heißt Holger Fach. Gab es neuen Ärger mit der Bild? Querelen in der Mannschaft? Nee, auch nicht. Es gab nur eine Niederlage gegen Frankfurt - und so was kann doch mal passieren, Jungs! Wieso gleich diese Panik? 

Vielleicht steckt auch ein neuer Bundesliga-Skandal dahinter: Gladbachs Schatzmeister hatte bei der Rauswurf-Wette halt alles auf Lienen gesetzt. Und nun drohte es mit Gerets, Jara, Funkel, Sammer und Hitzfeld spannend zu werfen, äh werden. Insofern: Glückwunsch, Gladbach! Erster!

Gainsbarez

Kick the eye!

Noch mehr aufs Auge

Leverkusen musste sich also einen urbayrischen Trainer holen, um endlich mal wieder bei Bayern zu punkten. Und wenn sich in der nächsten Saison vielleicht die Möglichkeit ergibt, vor dem Spiel aufs Oktoberfest zu gehen, klappts auch mit dem Gewinnen. Oder in Lederhosen spielen. Und übrigens, seit es bei dem Kölner Vorort wieder läuft, lässt sich deren Manager Rainer C. wieder unerträglich oft und vor allem unerträglich jovial-aufgeräumt in seinem unerträglichen pseudo-rheinischen Singsang im TV sehen, und erzählt und erzählt und erzählt, über neue Frau, Kinder zeugen (die arme Frau, vor allem unten) und Udo Latteks Entleerungsrituale („Wenn der Udo irgendwo einen Haufen macht, sagen die Leute, och, guck mal, das hat er aber schön gemacht!“), gesehen am letzten Montag bei „Beckmann“ und heute früh beim „DSF-Doppelpass“. Oder, kurz gesagt, hält man Rainer C. ein rotes Kabel vor die Nase, zieht er so lange daran, bis die Kamera vor ihm steht.

Al Aaf