8. Spieltag 4./5.10.03

Das Apotheker-Magazin präsentiert die Fußball-Bundesliga
LAUTER NULLEN

EIN X FÜR EINE NULL

"Wir haben schon unter Dusche alle nur von Köln geredet. Manchester United ist vorbei", ließ der Knabe Bordon vom VfB vor dem Heimspiel gegen den FC wissen. Da hat man sich natürlich gefragt, was denn über Köln gesagt wurde? Etwa "Boar, war das geil grad, und jetzt müssen wir gegen diese Lulli-Truppe spielen" oder etwa: "Scheiße, Jungs, wisst ihr gegen wenn wir am Samstag ran müssen? Gegen Köln!" oder vielmehr: "So, jetzt noch X zu 0 gegen Köln, und dann ab in die wohlverdiente Länderspielpause"?

Dass X=0 ist, hätte demzufolge keiner gedacht bei den Fleißschwaben, bekanntlich geizig, bislang vor allem mit Gegentoren. 9:0 lautet das Torkonto nach Spieltag 8, heraus gekommen sind 18 Punkte. Nicht schlecht, aber wenn das so weiter geht, wird der VfB Stuttgart noch für ganz andere Rekorde sorgen: Der erste Verein, der eine Saison lang ungeschlagen bleibt und trotzdem nicht Deutscher Meister wird! Und das, obwohl Nixdurchlasser Hildebrandt ganze 16 mal hinter sich greifen musste!


UNTER NULL

Steht Lithium eigentlich auf der Doping-Liste? Muss wohl, ansonsten hätte Jan Simak gegen Schalke auch auflaufen können. Dass sich jemand wegen Überforderung und Depressionen vom Fußballdienst "befreien" lässt, ist schon außergewöhnlich und auch irgendwie toll. Vermutlich zeigt sich hier das wahre Genie, das nämlich, das den Wahnsinn reitet. Jan Simak bringt die Sensibilität ins Geschäft. Natürlich garniert mit Größenwahn, Heimweh, Spielkultur, Wirkung auf weibliche Fans. Großes Kino.

Lustigerweise wissen Fußballfernsehen und -Presse nicht recht, wie mit diesem Fall umgegangen werden soll. Suchteams schicken? Ja, aber nur Oma interviewen. Witze wie "Wäre ich bei einem Verein wie 96 angestellt, würde ich auch Depressionen bekommen" reißen? Mal lieber Harald Schmidt überlassen. Über Sinn und Unsinn des Fußballs und unserer Leistungsgesellschaft filodofieren? Ja, schon, klar, aber das wird ja ohnehin immer gemacht. Ich sage nur: Quotendeutsche in Bundesligateams und die allgemeinen Frage des Nationalismus. Aber natürlich wird voll zu Recht philosophiert - denn Fußball ist Leben. König Fußball regiert die Welt. Ist nicht schon der Ausdruck "Rudi Nationale" ein geiler Widerspruch in sich?

Schnell zur nächsten Überschrift: 
LAUTERN: NULL BOCHUM: VIER

Tja, hat sich so angeboten. Ist aber eigentlich total uninteressant. Lautern: Pffff. Bochum: Naja.

Dem Fußballgott zum Gruß,

Gainsbarez 6.10.3

 

mailto: headquarter@football-crazy.de

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Ergebnisse
Bremen - Wölfe 5:3

VfB - FC 0:0

Bayer 04 - Hansa 3:0

HSV - Gladbach 2:1

Sportclub - 1860 1:0

Bochum - Lautern 4:0

Hannover - Schalke 1:2

Bayern - Hertha 4:1

Eintracht - BVB 0:1

Zettel: Traum von Rostock? 'Weiß noch nicht.'

Veh räumt Tisch

Deja-Vu für Zettel-Ewald?
 
Ich bin ja grundsätzlich für Trainerrauswürfe. Dass Armin Veh seinen Platz in Rostock freiwillig räumt, verringert natürlich die Schadenfreude, lässt aber alle Journalisten wieder auf den "Topf-Zettel" schauen: Wer ist gerade draußen, wer wird nachfolgen? Toppi? Oder doch Ewald Lienen, der ja schon mal in Rostock war, und zwar gar nicht so erfolglos? Oder Daum?

Wir aber wollen wissen: Wer ist der Nächste, der fliegt? Endlich Stevens, dessen Truppe wie sein Haarmittel spielt? Oder doch Reimann, der noch nicht mal Borussia Dortmund schlägt? Oder Gerets? 

Übrigens, lieber Armin Veh, an Ihnen hat der Untergang der Hansa gar nicht gelegen! Den Hut nehmen sollte eigentlich der Mannschaftswart. Schuld waren nämlich nur diese dämlichen Auswärtstrikots.

Tipps und Bewerbungen von Möchtegernschreibern und Schreiberinnen, die unentgeltlich, aber bitte pünktlicher zum Dienst bei FOOTBALL-CRAZY erscheinen möchten als die beliebten Fünf, die sich inzwischen auf zwei Städte verteilen und entweder Nachwuchs, kein Geld oder sonstige fadenscheinige Gründe haben, das Wochenende nicht komplett am Rechner zu verbringen - jetzt bitte schnell nachgucken, wie der Satz eigentlich angefangen hat - sollten an unsere E-Mail-Adressen geschickt werden.

Gainsbarez